Evangelische Kirche kritisiert Lockerung der Sonntagsöffnungszeiten

Die EKD stellt sich entschieden gegen Überlegungen, die Ladenöffnungszeiten an Sonntagen auszuweiten.

heute 00:02 Uhr | 1 mal gelesen

Ein freier Sonntag – das klingt erstmal nach Privileg, ist aber viel mehr: Laut einem Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der sich vor kurzem in der 'Rheinischen Post' äußerte, ist der gemeinsame Ruhetag ein Fundament unseres Zusammenlebens. Nicht nur für Gläubige oder Kirchenbesucher, sondern für alle. Es brauche diesen einen Tag, betont er, an dem Menschen ihre private Seite leben können: Familienzeit, ein Plausch mit den Nachbarn oder schlicht Ehrenamt – genau das komme oft zu kurz, wenn immer flexibel gearbeitet wird. Besonders in unsicheren Zeiten, so der Gedanke, sei das wie ein sozialer Kitt, der die Gesellschaft zusammenträgt und, ganz nebenbei, auch die Arbeitnehmer schützt. Handelsvertreter und DIW-Präsident Marcel Fratzscher hingegen halten mehr Flexibilität für angebracht. Wer recht hat? Gar nicht so einfach … manchmal braucht es vielleicht tatsächlich Pausen, an denen scheinbar „nichts“ passiert.

Die Debatte um die Sonntagsöffnungszeiten wirkt wie ein Dauerbrenner – mal fordern Wirtschaftsvertreter mehr Flexibilität, dann intervenieren Kultur oder Kirche. Aktuell bringt die EKD erneut ihre Sorge zum Ausdruck, dass die Verschiebung hin zu flexibler Arbeit Privates und Gemeinschaftliches weiter aus dem Fokus drängt. Interessant: Auch Gewerkschaften und viele Arbeitnehmerorganisationen warnen vor dem Verlust eines kollektiven Ruhetages. Und Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige gemeinschaftliche Pausen das Wohlbefinden stärken können – ganz unabhängig vom Glauben. In anderen europäischen Ländern gehen die Meinungen ebenfalls weit auseinander, der gesellschaftliche Zusammenhalt wird jedoch oft als Argument gegen Lockerungen ins Feld geführt.

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