Wirtschaftsexperte warnt: Digitaler Euro könnte scheitern

Gunther Schnabl, ein anerkannter Ökonom am Flossbach von Storch Research Institute, äußert erhebliche Zweifel an der Einführung des digitalen Euro – und zwar aus mehreren Perspektiven.

06.07.26 13:53 Uhr | 1 mal gelesen

Das äußerte Schnabl gegenüber der Mediengruppe Bayern, und man merkt schnell: Er hält mit seiner Skepsis nicht hinterm Berg. Seiner Ansicht nach gibt es bereits bewährte europäische Bezahlsysteme wie die Girocard oder Wero; warum also das Risiko neuer Baustellen eingehen? Für ihn führt die Einführung eines digitalen Euro nicht zwangsläufig zu mehr Unabhängigkeit – im Gegenteil, das Ganze könnte auch schiefgehen. Wie zur Bestätigung verweist er auf die Zentralbanken in der Schweiz sowie die US-Notenbank – auch dort hält man eine digitale Währung für Verbraucher für überflüssig. Was das Bargeld betrifft: Schnabl glaubt nicht an dessen komplettes Aus. Ja, digitale Zahlungen nehmen zu, das steht außer Frage. Aber interessanterweise lag der Bargeldumlauf im Euroraum aktuell auf einem Rekordwert von über 1.660 Milliarden Euro. Für ihn steckt dahinter mehr als Nostalgie: Bargeld steht für Freiheit, für ein Stück Anonymität, das elektronische Zahlungen nicht bieten. Viele Menschen wollen keine totale Transparenz – schon gar nicht beim Bezahlen. Und dann gibt’s ja noch ganz profane Vorteile: Wenn der Strom ausfällt oder das Internet spinnt, hat bar zahlen eben immer noch Charme.

Gunther Schnabl betrachtet die Einführung des digitalen Euro äußerst kritisch – nicht nur wegen bestehender Alternativen im europäischen Zahlungsverkehr, sondern auch aufgrund der Skepsis anderer Zentralbanken wie Fed und SNB. Er argumentiert, dass Bargeld als Symbol persönlicher Freiheit und Anonymität weiterhin für viele Bürger unverzichtbar bleibt; zudem hält er einen Komplettumstieg auf digitale Währungen aus Gründen der Versorgungssicherheit für fraglich. Aktuell wird das Thema digitaler Euro in der EU auch öffentlich sehr kontrovers diskutiert – laut t3n.de schreiten die Pilotprojekte zwar voran, doch Datenschutz- und Überwachungssorgen bleiben (Bezug: https://t3n.de/), und etwa auf zeit.de geht die Analyse in Richtung gesellschaftlicher Akzeptanz: Viele Bürger befürchten Kontrollverlust und mangelnde Transparenz beim Einsatz des digitalen Euro (https://www.zeit.de/). Laut neuen Berichten will die EZB auf diese Ängste eingehen, etwa mit technischen Methoden zur anonymen Nutzung – ein Drahtseilakt zwischen Innovationsdruck, Datenschutz und gesellschaftlichem Konsens.

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