Wirtschaftskammer-Zwangsbeiträge: Aufstand eines Kleinunternehmers
Mürzzuschlag – Drei Verfahren, 2.210 Euro Nachforderung: Hubert Thurnhofer, langjähriger Herausgeber von ethos.at, verweigert die weitere Zahlung an die Wirtschaftskammer Steiermark. Seit gut 35 Jahren zahlt er als Unternehmer brav Mitgliedsbeiträge, doch besonders seit den Corona-Jahren fühlt er sich von der Kammer nicht mehr vertreten. Nachdem Gespräche abgewiesen und Kompromisse blockiert werden, setzt die WKO lieber auf Gerichtsvollzieher statt auf Dialog.
heute 10:34 Uhr | 3 mal gelesen
Am 25. Juni 2026 hat Thurnhofer beim Bezirksgericht Mürzzuschlag formell Einspruch gegen die ausstehenden WKO-Beiträge eingelegt. Seine Begründung bleibt ungewöhnlich dezidiert: Zum einen sieht er die Wirtschaftskammer mehr als Wettbewerber und Dienstleister statt als Vertreter der Mitgliederinteressen; zum anderen kritisiert er die fehlende Transparenz bei der Vergabe von Kammeraufträgen. Interessant ist auch, dass viele seiner Sparvorschläge jahrelang ignoriert wurden – erst das WKO-Debakel von 2025 sorgt bei den Funktionären offenbar für Bewegung. Dennoch, so Thurnhofer, sei das Gericht der falsche Ort: Angelegenheiten dieser Tragweite gehörten auf Kammerebene, nicht vor den Bezirksrichter. Der vollständige Text seines Widerspruchs kann auf ethos.at nachgelesen werden. (Aussender: Verein Moral 4.0, Ansprechpartner: Helenna Jouja, Tel.: +43 699 1 266 09 29, E-Mail: office@ethos.at, Website: www.ethos.at)
Der Fall des Kleinunternehmers Hubert Thurnhofer gegen die Zahlungspflicht an die WKO illustriert eine zunehmende Unzufriedenheit vieler Mitglieder mit der österreichischen Kammerstruktur. Thurnhofer bringt vor, dass die WKO sich in den letzten Jahren, besonders während der Pandemie, nicht als Interessenvertreter, sondern als profitorientiertes Unternehmen aufführt, das Aufträge nicht fair ausschreibt und Vorschläge der Basis ignoriert. Besonders spannend ist, dass trotz wiederholtem Drängen auf Sparmaßnahmen erst eine offensichtliche Krise nötig war, um Reformbereitschaft zu erzeugen. Im Internet mehren sich Berichte über ähnliche Frustrationen: Während die WKO sich selbst als systemrelevant darstellt, fühlen sich zahlreiche Mitglieder abgehängt und fordern ein Mitspracherecht bei Beitragsverwendung sowie tatsächlich transparenteres Vorgehen, wie u.a. in mehreren Interviews und Reportagen auf „derStandard“, „Presse“ und anderen Plattformen berichtet wird.