WM 2026: Fußballer werden immer mehr zum Weltenbummler – Anteil der Legionäre erreicht Rekordwert

Globalisierte Kader prägen die Weltmeisterschaft 2026: Nie zuvor spielten so viele Nationalspieler bei ausländischen Vereinen wie diesmal. Während 1990 lediglich rund ein Viertel aller WM-Profis ihren Klub im Ausland hatte, wird 2026 voraussichtlich fast Dreiviertel aller Fußballer von Vereinen außerhalb ihres Geburtslandes kommen.

heute 12:00 Uhr | 2 mal gelesen

Kurios, wie schnell sich Dinge verschieben können: Einmal kurz geblinzelt – und auf einmal steht mitten im klassischen Nationalmannschaftsgefühl ein globaler Transfersog. Blickt man zurück auf das Jahr 1990, war es fast noch selbstverständlich, dass Nationalspieler im eigenen Land kickten. Heute, wenn man sich WM-Kaderzahlen genauer anschaut, wirkt alles auf den Kopf gestellt. 2026 werden voraussichtlich 72 Prozent der Nationalmannschaftsspieler eines ausländischen Vereins angehören – das Dreifache gegenüber der WM 1990, so zumindest die Auswertung von Finalarm und DataPulse Research. Selbst eine fußballverrückte Nation wie Deutschland schwimmt auf den Globalisierungstrend auf, wenn auch noch mit angezogener Handbremse – ein gutes Drittel des Teams wird diesmal im Ausland aktiv sein. Länder mit Top-Ligen – England vorneweg – klammern sich hingegen an ihre eigenen Stars: 78 Prozent der britischen Nationalspieler bleiben zu Hause. Anderenorts, wie etwa in Südkorea, ist der Wandel total: Wo 1990 noch alle Spieler der eigenen Liga entstammten, sind es 2026 nur noch einige Wenige. Dass sich das alles so entwickeln konnte, hat viel auch mit Bürokratischem zu tun: Mitte der 1990er machte das Europarecht aus Fußballern erstmals ganz reguläre Arbeitnehmer. Das legendäre Bosman-Urteil sorgte dafür, dass Transfers und Legionärswesen in der EU unternehmerisch explodierten. In der Folge schossen ausländische Spieleranteile in den Top-Ligen jäh nach oben. Was das für den Fußball bedeutet? Einerseits: Nationalteams werden internationaler, Diversität steigt, Talente suchen überall nach besten Bedingungen. Andererseits zeigt der Erfolg kein klares Rezept: Mal gewinnen Teams, die ihre Spieler im Inland halten – und dann doch wieder bunte Riegen aus Legionären. Fußball bleibt eben ein bisschen unberechenbar. Wer auf Zahlenspiele steht, findet die gesamte Datenschau auf https://www.finalarm.de/studien/wm-legionaere/.

Alles in allem kehrt sich das Bild von Nationalmannschaften im Fußball fundamental um: Während bis in die 1990er Jahre etwa drei Viertel der WM-Teilnehmer im eigenen Land spielten, ist es nun umgekehrt – Globalisierung und Freizügigkeit prägen das heutige Bild. Das Bosman-Urteil von 1995 gilt als Schlüsselmoment dieser Entwicklung: Nach Aufhebung der Ausländer-Restriktionen strömten plötzlich viel mehr europäische Profi-Fußballer ins Ausland, Transfermarkt und Spielerstrom explodierten. Auffällig ist jedoch, dass starke Ligen wie die Premier League viele eigene Talente behalten, während schwächere Ligen zunehmend Talente an ausländische Topvereine abgeben. Neuere Entwicklungen zeigen zudem, dass Fußballprofis vermehrt auch außereuropäische Ligen als Karriereoption wählen – etwa in den USA oder Saudi-Arabien, was den internationalen Markt noch vielfältiger gemacht hat. In mehreren ausführlichen Analysen wird spekuliert, dass die Nationalmannschaften künftig noch stärker Spieler aus der Diaspora oder Doppelstaater einbinden, um international mithalten zu können.

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