Laut einem Entwurf, den das Magazin Politico in die Finger bekam, plant das Gesundheitsministerium ein neues Gesetz zum Ausbau der Suizidprävention – ein Thema, das leider meist im Stillen ausgehandelt wird. Die Zahlen sind erschütternd: Über 10.000 Menschen nehmen sich jährlich in Deutschland das Leben. Damit liegen Suizide traurigerweise sogar noch vor den Todesfällen durch Verkehrsunfälle, Drogenkonsum und HIV zusammen – alles zusammengezählt. Was Warken nun fordert: Eine bundesweite, leicht zugängliche Hotline, die anonym ist und Menschen in der Krise die Schwelle senkt, sich Hilfe zu holen. Dazu soll die Nummer Menschen, die akut belastet sind, schnell an regionale Angebote weiterleiten können. Hinter den Kulissen arbeitet dafür eine geplante Bundesfachstelle, angesiedelt im Ministerium, für mindestens 15 Jahre mit jährlich geschätzten Kosten von etwa 1,5 Millionen Euro. Interessant ist der Plan, einen Beirat aus maximal elf Ehrenamtlichen einzusetzen, der die Fachstelle berät – fünf Jahre Amtszeit, Berufung direkt vom Ministerium. Eigentlich verwunderlich, dass so ein Schritt erst jetzt kommt; aber vielleicht ist jetzt ja wirklich Zeit, Tabus aufzubrechen.
Mit dem Suizidpräventionsgesetz will Ministerin Warken nicht nur eine anonyme, bundesweit erreichbare Notrufnummer etablieren, sondern auch institutionelle Strukturen schaffen, die Unterstützung bieten und Expertise bündeln. Die Errichtung einer auf 15 Jahre beschränkten Bundesfachstelle, samt eines ehrenamtlich besetzten Beirats, soll ermöglichen, Erfahrungen und Wissen zu sammeln und die Angebote bedarfsorientiert weiterzuentwickeln. Neben der Hotline steht das Ziel im Raum, bestehende Hilfsangebote besser zu vernetzen, Hürden beim Zugang abzubauen und letztlich das Schweigen um Suizid zu durchbrechen – was verschiedene Stimmen aus Gesundheitswesen und Gesellschaft begrüßen. Die Weltgesundheitsorganisation hat kürzlich zudem betont, dass stigmatisierungsfreie Hilfestellen und niedrigschwellige Beratung dabei wesentlich sind, um die Zahl der Suizidfälle in Industrieländern wie Deutschland zu senken. Einige Stimmen in den aktuellen Debatten zeigen sich zurückhaltend optimistisch, betonen aber den enormen Nachholbedarf und fordern eine breite gesellschaftliche Begleitung der Umsetzung.