Gestern markierte sich ein besonderer Tag für die österreichische Medienlandschaft: Die APA, als unabhängiger Nachrichtenanker nicht wegzudenken, wurde 80. Das Jubiläum wurde nicht im Rückspiegel abgefeiert – obwohl so ein Flashback in die Geschichte natürlich dazugehört –, sondern richtete den Blick vielmehr nach vorne. Maria Scholl, frisch bestätigte APA-Co-Leiterin, benannte in ihrer durchaus launigen Rede den Zeitgeist: die Medienbranche stehe an einem Wendepunkt. Da brauche es, so Scholl, nicht nur Tatkraft, sondern auch eine Portion Optimismus.
Was heißt das konkret? Prinzipien wie nachprüfbare Information, Ausgewogenheit und Distanz zu politischem oder wirtschaftlichem Einfluss seien, nach Scholl, seit Jahrzehnten die DNA der APA. Gerade in den stürmischen Zeiten heute – Desinformation auf Knopfdruck, KI, Pressedruck – seien solche Grundsätze offenbar aktueller denn je. Apropos Wandel: APA sei inzwischen, und das betonten auch die anderen Panel-Gäste wie ORF-Chefin Ingrid Thurnher oder Hermann Petz (Moser Holding), mehr als eine Agentur. Digitalisierung, Technologietrends, KI-Entwicklung – all das werde aktiv gestaltet, so Petz: Die APA begreife sich „als Stabilitätsanker und Innovationsplattform“, die nicht nur Daten liefert, sondern auch mit neuen Tools experimentiert.
Thema KI: Hier positionierte Scholl die APA fast als Pionierin. Denn künftig gehe es immer stärker darum, wie ihre Inhalte von algorithmisch gesteuerten Systemen weiterverarbeitet werden – nicht nur von Menschen. Transparenz und Originalität in der Ursprungskette, hieß es, seien unverhandelbar. Eine akademische Ebene bekam das Fest durch Stimmen ehemaliger APA-Stipendiat:innen, die ihre Erfahrungen aus Übersee teilten und damit mal eben die Brücke zur internationalen Perspektive schlugen.
Kurzer Zeitsprung ins Jahr 1946: Die APA ist als genossenschaftlicher Zusammenschluss österreichischer Medien entstanden – so wurde Unabhängigkeit ins Gründungsprotokoll eingeschrieben. Heute zählt sie zu den wenigen wirklich unabhängigen Nachrichtenagenturen weltweit, wirtschaftlich solide und in mehreren Geschäftsbereichen aufgestellt – von Medienbeobachtung bis IT-Lösungen. Ihre Glaubwürdigkeit und der KI-Fokus sind Alltagswerkzeug für Redaktionen wie Analyst:innen gleichermaßen. Und ja, eine kleine Ausstellung mit Zeitdokumenten und Fotos fehlte an diesem Tag natürlich auch nicht.
Die APA hat sich in acht Jahrzehnten von einer klassischen Nachrichtenagentur zum flexiblen, technologisch aufgestellten Mediendienstleister gewandelt und bleibt dabei ihrem genossenschaftlichen Prinzip treu. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie Künstlicher Intelligenz und Nachrichtenfälschungen setzt die APA verstärkt auf geprüfte Information, Transparenz und technologische Anpassung. Neuere Entwicklungen: Laut Medienberichten arbeitet die APA aktuell verstärkt an KI-basierten Tools zur Quellenprüfung und plant die Ausweitung ihrer multimedialen Services, unter anderem für tagesaktuelle Bild- und Videoverifikation, um Falschmeldungen schneller zu erkennen. Zudem wurde im Kontext der Jubiläumsfeier betont, dass Medientransformation und journalistische Innovationsfähigkeit verstärkt im Zentrum stehen, um die Rolle der unabhängigen Agentur in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft zu verteidigen.