Sven Tritschler gewann in einer recht knappen Stichwahl mit 50,7 Prozent und ließ Amtsinhaber Kay Gottschalk, den bisherigen Stellvertreter, deutlich hinter sich. Stefan Möller, der aus Thüringen kommt und als enger Verbündeter Björn Höckes gilt, bekam als Einziger ohne Mitbewerber satte 76,5 Prozent der Stimmen – was in der Partei gern als sehr starkes Ergebnis gefeiert wird. Komplettiert wird das Dreiergespann von Katrin Ebner-Steiner, der bayerischen Fraktionsvorsitzenden, die auf 55,7 Prozent kam. Ihr Vorteil: Der bisherige Stellvertreter Peter Boehringer rührte diesmal keinen Finger für eine Gegenkandidatur. Damit bilden Tritschler, Möller und Ebner-Steiner zusammen mit den bestätigten Parteivorsitzenden Alice Weidel (81,3 Prozent) und Tino Chrupalla (70,1 Prozent), die Spitze der Partei. Interessant übrigens, wie sich die Gewichtung innerhalb des Führungsteams durch diese Neuwahlen leicht verschiebt – es bleibt abzuwarten, ob damit auch neue Töne in der Partei angeschlagen werden.
Die AfD hat beim Parteitag in Erfurt für alle drei Vizeposten neue Personen gewählt, was durchaus für Aufsehen sorgt, weil es einen kompletten Wechsel in der zweiten Führungsebene bedeutet. Spannend ist die politische Ausrichtung der Neugewählten: Möller ist ein klarer Höcke-Verbündeter, Tritschler kommt aus Nordrhein-Westfalen und Ebner-Steiner aus Bayern – damit ist das AfD-Präsidium regional ziemlich breit aufgestellt. In aktuellen Berichten wird oft auf wachsende innerparteiliche Spannungen verwiesen, während Beobachter ein genaueres Auge auf die Rolle und den Einfluss der neuen Vize im Kontext der Gesamtstrategie der Partei legen. Zusätzlich wird öffentlich und parteiintern diskutiert, ob diese Neubesetzungen die Richtung der Partei weiter nach rechts verschieben könnten.
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