Wieder einmal scheint sich nicht viel zu verschieben – zumindest, wenn man Umfragen glaubt. Die AfD hält mit stabilen 26 Prozent weiterhin die Führung und liegt damit vier Zähler vor der Union, die wie zuvor bei 22 Prozent verweilt. Die Grünen lassen sich nicht abschütteln und sichern sich mit konstanten 15 Prozent den dritten Rang. Auffällig: SPD und Linke stagnieren beide bei 12 Prozent; die FDP hingegen rutscht nicht aus dem Vier-Prozent-Keller heraus. Was sich aber wirklich bemerkbar macht, ist der Anteil derer, die noch nicht wissen oder schlicht nicht wählen wollen – ganze 27 Prozent sind politisch unentschieden oder wählen gar nicht. Mehr als jeder vierte Wahlberechtigte irrt also orientierungslos durch den Polit-Dschungel.
Beim Thema politische Kompetenz scheint das Vertrauen nicht gewachsen zu sein. Die Union, bislang Favorit bei Problemlösungen, verliert einen Punkt und landet bei 13 Prozent. Knapp dahinter: die AfD mit konstanten 12 Prozent. Die Grünen gewinnen etwas an Boden und werden nun von 7 Prozent als kompetent eingeschätzt – SPD und Linke verweilen jeweils bei 6 Prozent. Kurzum: Die meisten glauben keiner Partei, dass sie die großen Herausforderungen meistern kann. Über die Hälfte (54 Prozent) spricht keinem Lager das nötige Vertrauen zu.
Auch der Bundeskanzler Friedrich Merz hat keinen guten Lauf: Nur noch 14 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden - wieder ein Prozentpunkt weniger als letzte Woche. Ein erstaunlich hoher Anteil (84 Prozent) äußert sich durchaus kritisch bis abwertend. Selbst unter den Unionsanhängern bleibt die Unterstützung mit 48 Prozent relativ zaghaft. Anhänger anderer Parteien blicken noch skeptischer auf seine Amtsführung.
Ökonomisch sieht es in den Köpfen der Befragten weiterhin düster aus. Nur 14 Prozent bringen die Erwartungen an bessere Zeiten auf, während satte 64 Prozent glauben, dass es wirtschaftlich weiter bergab geht. 19 Prozent erwarten keine wesentliche Veränderung. Kurz: Die Stimmung bleibt getrübt – alles andere als Aufbruch. Die Umfrage wurde zwischen dem 30. Juni und 6. Juli 2026 unter 2.502 Menschen (Parteipräferenzen) und 1.004 Menschen (politische Kompetenz) durchgeführt.
Die aktuelle Forsa-Umfrage festigt erneut das Bild eines in besonderer Weise desillusionierten Wahlvolkes in Deutschland: Die AfD bleibt mit komfortablem Abstand auf Platz eins, der Anteil der Unentschlossenen und Nichtwähler ist ungewöhnlich hoch. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verliert an Zuspruch, auch unter Anhängern der eigenen Partei, und das generelle Vertrauen in die Lösungskompetenz aller Parteien bleibt mehr als überschaubar. Ökonomisch wachsen die Sorgen – Optimismus ist Mangelware.
Im Vergleich zu anderen aktuellen Polit-Umfragen – beispielsweise von Infratest dimap oder Allensbach – bestätigt sich eine hohe Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien und der Bundesregierung. Die Berichterstattung von Medien wie 'Spiegel' oder 'Süddeutsche' weist auf zunehmende Polarisierung, vor allem am rechten Rand, sowie eine wachsende Distanz zwischen Politik und Bevölkerung hin. Hinzu kommen Faktoren wie der wahrgenommene Kontrollverlust bei Migrationsthemen, Unsicherheiten durch zahlreiche Krisen sowie die Verteuerung des Lebens, die das Misstrauen weiter befeuern.
Die Unsicherheit spiegelt sich darüber hinaus auch in anderen europäischen Ländern. Forschungen des European Council on Foreign Relations zeigen, dass die Parteiensysteme im Wandel sind und viele Bürger sich entweder in den politischen Rückzug begeben oder radikale Alternativen suchen. Zwei Punkte treten hervor: Auch in anderen Umfragen bleibt die AfD auf hohem Niveau, während die Zustimmungswerte für Regierung und Kanzler weiter sinken und wirtschaftlicher Pessimismus dominiert.