Alice Weidel distanziert sich vom Familienbild der AfD in Sachsen-Anhalt

Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel übt deutliche Kritik am konservativen Familienverständnis des Wahlprogramms ihrer Partei in Sachsen-Anhalt – und plädiert für mehr gesellschaftliche Offenheit.

05.07.26 14:00 Uhr | 4 mal gelesen

Alice Weidel spart nicht gerade mit klaren Worten: "Da mache ich nicht mit," stellt sie gegenüber RTL und ntv klar. Sie verweist darauf, dass sie selbst gesellschaftlich liberaler eingestellt sei – und das nicht nur rhetorisch, sondern auch im Alltag vorlebe. "Wir müssen diese Schwarz-Weiß-Malerei überwinden", meint sie. Das Wahlprogramm des Landesverbandes Sachsen-Anhalt betont hingegen, dass nur die Beziehung von Mann und Frau zu Kindern führe, stellt die klassische Kleinfamilie als ‚beste Voraussetzung‘ für gelingende Erziehung dar und verbindet sinkende Geburtenraten sowie mehr Schwangerschaftsabbrüche mit einer offeneren Einstellung zu Sexualität und nicht-heterosexuellen Lebensweisen. "Wir erleben längst eine andere gesellschaftliche Wirklichkeit," entgegnet Weidel – und fordert die Gleichbehandlung auch von Regenbogenfamilien, insbesondere beim Steuerrecht und in Erbschaftsfragen. Die Förderung der klassischen Familie schließe die Anerkennung alternativer Lebensentwürfe nicht aus, so Weidel weiter: "An der rechtlichen Gleichstellung hält niemand mehr fest. Und das ist auch gut so." Mit einem Satz wechselt sie dann das Tempo: Wirklichkeit sei halt einfach bunter, als Parteiprogramme manchmal glauben machen.

Alice Weidel widerspricht ausdrücklich dem konservativen Familienbild, das die AfD in Sachsen-Anhalt in ihrem Wahlprogramm vertritt. Sie betont die Notwendigkeit, Alternativen zur klassischen Vater-Mutter-Kind-Konstellation nicht als minderwertig zu betrachten und spricht sich dabei aus eigener Lebenspraxis heraus für Gleichstellung aus. Neuere Entwicklungen zeigen, dass die Debatte um queere Lebensformen, Familienpolitik und gesellschaftlichen Wandel partei- wie gesellschaftsübergreifend weiterhin emotional aufgeladen ist – verstärkt noch durch die Diskrepanz zwischen Bundes- und Landespolitik bei der AfD. In aktuellen Medienberichten wird zudem diskutiert, wie die Haltung zum Thema Familie zu innerparteilichen Spannungen führt und inwieweit die Partei mit ihren Positionen gesellschaftspolitisch anschlussfähig bleibt. Weidel versucht, die Partei auf moderne Realitäten einzustimmen und einen Spagat zwischen konservativen und liberalen Strömungen zu meistern.

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