ASB fordert klare Leitlinien für möglichen neuen Zivildienst

Knut Fleckenstein, der Bundesvorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB), macht deutlich, welche Anforderungen in seinen Augen an einen zeitgemäßen Zivildienst gestellt werden müssten—sofern die Politik tatsächlich eine Wiedereinführung plant.

heute 07:00 Uhr | 4 mal gelesen

Fleckenstein betonte, dass ein Zivildienst nach heutigem Maßstab mindestens neun, besser jedoch zwölf Monate umfassen sollte. Nur so könnten junge Menschen wirklich in die Aufgaben hineinwachsen, praktische Fähigkeiten erwerben und eine emotionale Bindung zu ihrer Tätigkeit entwickeln. Bloßes Absitzen, wie es bei zu kurzen Programmen oder geringer Qualifizierung droht, sei weder für die Freiwilligen noch für den ASB hilfreich. Besonders wichtig ist ihm, dass ein umfassendes Weiterbildungsangebot geschaffen wird; ohne echte Wissensvermittlung sehe er wenig Sinn im neuen Dienst. Er fordert zudem freie Wahl der Einrichtung: Junge Leute sollten sich aussuchen können, wo und wie sie sich engagieren möchten. Wer bereits ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Bundesfreiwilligendienst oder beispielsweise ehrenamtlichen Bevölkerungsschutz geleistet hat, dürfe keine Doppelbelastung erfahren. Es gehe darum, die Erfahrungen der letzten Jahre und die Wünsche der jungen Leute einzubeziehen, statt einfach alte Muster zu kopieren. Grundsätzlich schätzt der ASB vorrangig die bestehenden, freiwilligen Angebote und blickt etwas kritisch auf Pflichtdienste zurück; bei einer Wiedereinführung könnten allerdings rund 2.000 neue Stellen bereitgestellt werden. Allerdings, und das sei entscheidend, müsse der Staat die Finanzierung stemmen—soziale Träger wie der ASB dürften nicht auf den Kosten sitzenbleiben.

Der ASB unter seinem Vorsitzenden Knut Fleckenstein nimmt eine klare Position ein: Sollte ein Zivildienst zurückkommen, müsse dieser mindestens neun bis zwölf Monate dauern und einen kräftigen Schwerpunkt auf Ausbildung und Qualifizierung legen. Freiwillige sollten weitgehend selbstbestimmt über ihre Einsatzstelle entscheiden können. Bereits engagierte Jugendliche, etwa durch ein FSJ oder Ehrenämter, sollten nicht abermals zu einem Pflichtdienst verpflichtet werden. Interessant ist im aktuellen politischen Diskurs, dass sich auch andere Wohlfahrtsverbände gegenüber verpflichtenden Diensten eher zurückhaltend äußern, während die Bundesregierung weiter über verschiedene Modelle—teils verpflichtend, teils freiwillig—nachdenkt. Seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 wird regelmäßig über Alternativen wie ein soziales Pflichtjahr, den Ausbau bestehender Programme oder gezielte Anreize für junge Leute diskutiert. Gesellschaftlich und politisch ist das Thema hoch umstritten, da Befürworter den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken wollen, Kritiker aber vor Bürokratie, Kosten und fragwürdiger Freiwilligkeit warnen.

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