Interner Unmut wegen Hallervorden-Einsatz im CDU-Wahlkampf wächst

Dieter Hallervordens Mitwirken im Wahlkampf der CDU Sachsen-Anhalt provoziert zunehmend Widerstand innerhalb der Partei.

heute 07:02 Uhr | 4 mal gelesen

„Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob es klug ist, wenn die CDU auf die teils fragwürdigen Standpunkte von Herrn Hallervorden setzt“, äußerte der Hamburger CDU-Landesvorsitzende Dennis Thering kritisch gegenüber dem 'Tagesspiegel'. Der bekannte Schauspieler Hallervorden war in den vergangenen Tagen mehrfach mit Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) auf Wahlkampftour in Sachsen-Anhalt unterwegs. Dabei schoss er nicht nur scharf gegen Kanzler Friedrich Merz, sondern auch gegen die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann, die sich öffentlich von seinen Formulierungen etwa zum Thema Völkermord distanziert hatte. Hallervorden kommentierte schnippisch, man werde ihn noch erleben, wenn Hoppermann längst abgelöst sei. Thering betonte, Hoppermann habe mit ihrer klaren Positionierung unterstrichen, wofür die CDU stehe. An dieser Stelle gebe es in der Partei keinen Spielraum für Diskussionen, sagte Thering. Am 6. September stehen in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen an – aktuell zeigen Umfragen die AfD klar vor der CDU. Hallervorden hatte jüngst einen überraschenden Vorschlag unterbreitet: Aus seiner Sicht sollte die CDU gemeinsam mit SPD und Grünen – im Zweifel sogar mit Duldung der Linken – koalieren. Er warnte davor, dass man sich mit den Linken nicht dauerhaft anlegen sollte, da sie vermutlich für eine Tolerierung benötigt würden. Schulze reagierte zurückhaltend und distanzierte sich von Hallervordens Ansicht: Er stimme mit ihm nicht in jedem Punkt überein.

Der mittlerweile hitzige interne Streit um Dieter Hallervordens Rolle im CDU-Wahlkampf von Sachsen-Anhalt erhält weiter Aufmerksamkeit. Viele Mitglieder sehen Hallervordens wiederholte, polarisierende Äußerungen als Belastung für das ohnehin schwierige politische Klima der Partei, insbesondere vor den Landtagswahlen, bei denen die AfD laut aktuellen Umfragen führend ist. Hallervordens Vorschlag einer Tolerierung durch die Linken sorgt für Kontroversen, da er traditionelle CDU-Positionen infrage stellt; Parteivertreter betonen, die Grundwerte seien nicht verhandelbar. Aktuellen Medienberichten zufolge verschärft sich die innerparteiliche Debatte, und prominente Stimmen wie Dennis Thering drängen auf ein entschiedenes Signal der Partei gegen Hallervordens Kurs. Weitere Recherchen zeigen, dass die Unsicherheit über die richtige strategische Ausrichtung im Wahlkampf in Ostdeutschland viele Unionspolitiker umtreibt, zumal in Sachsen-Anhalt ein Erfolg der CDU keineswegs sicher scheint.

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