Weimer setzt Zeichen: Ein Kulturkampf gegen den Rechtsruck

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer warnt eindrücklich vor der zunehmenden Rechtsentwicklung in Deutschland und macht die AfD zum zentralen Gegner seiner Amtszeit.

heute 07:27 Uhr | 3 mal gelesen

Wolfram Weimer, parteiloser Staatsminister für Kultur und Medien, hat in einem Interview mit dem 'Redaktionsnetzwerk Deutschland' betont, dass er sich als 'Kulturkämpfer gegen die AfD' versteht – und nicht, wie ihm Linke oft vorwerfen, als konservativer Aktivist. Er wolle, betonte Weimer, eben nicht ideologisch, sondern zur Verteidigung einer offenen, demokratischen Kultur streiten. Sein Hauptanliegen: den Rechtsruck der Gesellschaft zu bremsen. Ihm gehe es darum, mit klugen Argumenten, kultureller Überzeugungskraft und manchmal wohl auch mit der nötigen Hartnäckigkeit gegen rechtsextreme Tendenzen aufzutreten. Besonders vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, wo die AfD laut Umfragen stark im Rennen liegt, sieht er die Kulturlandschaft in Gefahr – vor allem, weil die Partei laut Weimer gegenüber dem Erbe des Bauhauses ähnlich argumentiert wie einst die Nationalsozialisten. Diese Verbindungen macht er ganz explizit zum Thema: Wo die AfD das Bauhaus als 'Irrweg der Moderne' verunglimpft, erinnere das fatal an die Rhetorik aus den 1930er Jahren, als genau diese Schule geschlossen wurde. Weimer will sich seiner Aufgabe nur eine Legislaturperiode widmen – die politische Bühne mit ihren Nebengeräuschen und Abgründen empfindet er nämlich als belastend und wenig familienfreundlich. Ein offenes, fast schon melancholisches Geständnis.

Im Kern positioniert sich Wolfram Weimer entschieden gegen das Erstarken rechter Kräfte und sieht die AfD als größte Bedrohung für die deutsche Kulturlandschaft. Dass Kultur politisch umkämpft ist, zeigt sich am Beispiel Sachsen-Anhalts und dem Umgang mit dem Bauhaus-Erbe – hier sieht Weimer klare historische Parallelen zur NS-Zeit, die tief beunruhigen. Die Relevanz seiner Forderung nach intellektueller und kultureller Gegenwehr ist angesichts aktueller Wahltendenzen und gesellschaftlicher Spannungen kaum zu übersehen. Laut neuen Berichten wächst die Sorge, dass Rechtsextremismus nicht nur kulturpolitische, sondern auch gesellschaftliche Spuren hinterlässt, wie etwa in aktuellen Kommentaren der Süddeutschen Zeitung und Zeit Online ausgeführt wird. Außerdem verdeutlichen Analysen, wie fragmentiert das politische Klima aktuell ist und wie sehr die kulturelle Identität Deutschlands zur Arena gesellschaftlicher Machtkämpfe wird. Weimer spricht vielen Kulturschaffenden aus der Seele, wenn er beklagt, dass letztlich mehr als Institutionen auf dem Spiel stehen: Es ist ein Streit um Geschichte, Zukunft und die Seelenarbeit einer pluralistischen Gesellschaft.

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