Attestpflicht ab dem ersten Tag? Bundesarbeitsministerin Bas will Auswirkungen abwägen

Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) zeigt sich zurückhaltend gegenüber der geplanten Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. Im RTL-Nachtjournal erklärte sie am Donnerstag, erst die Konsequenzen genau prüfen zu wollen.

02.07.26 21:59 Uhr | 1 mal gelesen

So ganz im eigenen Sinne war dieser Vorschlag wohl nicht: Bärbel Bas, Chefin des Arbeitsministeriums, betonte im Interview, dass die gerade im Koalitionsausschuss ins Spiel gebrachte Pflicht zum Vorlegen einer Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag nicht auf ihren Mist gewachsen sei – Zitat: 'Das war jetzt nicht mein Vorschlag.' Zu Recht will sie jetzt erst einmal wissen, was das tatsächlich bringt. Fördert das den Bürokratieaufwand, stiftet es eher Verunsicherung und Stress – oder hilft es in bestimmten Fällen tatsächlich gegen schnellen 'blauen Dunst'? Klar ist, noch steht nichts fest – das Ganze müsse erst ins Gesetzgebungsverfahren. Ob und wie viele Ausnahmen möglich wären, darüber entscheidet der parlamentarische Prozess. Interessant: Bas erinnert daran, dass Chefs solche Atteste schon längst verlangen können, wenn sie es darauf anlegen. Das ist nichts Revolutionäres. Ein Seitenblick auf Aussagen von Kanzler Merz (CDU) offenbarte, dass Arbeitgeber oder auch Gewerkschaften durchaus Ausnahmen aushandeln könnten. Was bleibt, ist eine gewisse Skepsis – und die Hoffnung, dass nicht nur am Schreibtisch, sondern auch in der Praxis genau hingeschaut wird. Übrigens, darüber reden Kolleg:innen auf dem Flur übrigens schon jetzt erstaunlich kontrovers.

Arbeitsministerin Bärbel Bas reagiert mit Zurückhaltung auf die geplante Attestpflicht ab dem ersten Tag der Krankheit. Sie betont, dass diese Regelung nicht aus ihrem Hause stammt und möchte zunächst die tatsächlichen Folgen untersuchen – etwa, ob sie mehr Probleme als Lösungen schafft. Im Gesetz ist die Neuerung noch nicht verankert; das Verfahren zu Ausnahmen und genauen Bedingungen läuft gerade erst an. Aktuell können Arbeitgeber schon jetzt im Einzelfall ein Attest ab Tag eins verlangen, wie Bas hervorgehoben hat. Bundeskanzler Merz deutete an, dass es auch künftig Flexibilität und vertraglich vereinbarte Ausnahmen geben könnte. Laut neuerer Berichterstattung führen Diskussionen zur Attestpflicht immer wieder zu Bedenken hinsichtlich zusätzlicher Bürokratiebelastung für Ärzte und Betriebe, insbesondere in kleinen Firmen. Verbände warnen vor einer unnötigen Verschärfung der Misstrauenskultur gegenüber Beschäftigten. Im EU-Vergleich sind die Regelungen zur Krankschreibung in Deutschland ohnehin besonders streng.

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