Es war einer dieser Tage an der Wall Street, an denen nichts so läuft wie im Bilderbuch. Der Dow Jones schloss den Handel mit einem satten Plus von 1,1 Prozent bei gut 52.900 Zählern ab; der S&P 500 dümpelte dagegen kurz vor Schluss nur ganz leicht über null (ungefähr 7.483 Punkte), und die Tech-Werte? Die mussten was wegstecken: Der Nasdaq 100 rutschte satte 1,6 Prozent ins Minus und lag zuletzt bei knapp 29.329 Punkten. Hintergrund dieser Unordnung sind nicht zuletzt Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh, der sich weiter auf die Bekämpfung der Inflation konzentrieren will. Frische Zahlen vom Arbeitsmarkt liefern ihm Munition – die Arbeitslosenquote fiel leicht von 4,3 auf 4,2 Prozent, innerhalb eines Monats schrumpfte auch die absolute Zahl der Arbeitslosen ein wenig (von 7,3 auf 7,1 Millionen). Damit ist die Federal Reserve ihrem Beschäftigungsziel minimal näher, doch das Inflationsgespenst bleibt: Preisstabilität steht weiter im Fokus. Die europäische Währung legte ebenfalls zu; am Abend bekam man für einen Euro 1,1432 Dollar – oder andersherum: Ein Dollar kostete noch 0,8747 Euro. Weniger üblich, dafür aber umso bemerkenswerter, präsentierte sich der Goldpreis: Die Feinunze kletterte deutlich um 2,2 Prozent auf 4.121 US-Dollar, was pro Gramm satte 115,91 Euro bedeutet. Öl dagegen bewegte sich auf leisen Sohlen – die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Abend um ganze drei Cent auf 71,60 Dollar je Barrel. Ist vielleicht kein Sprung, aber immerhin ein Zucken.
An den US-Börsen herrschte am Donnerstag ein gewisser Schwebezustand – stärkerer Dow, lauer S&P 500 und schwächelnde Tech-Titel im Nasdaq 100 sorgten für ein gemischtes Bild. Die Arbeitsmarktdaten aus den USA unterstützen weiterhin die Zinspolitik der Federal Reserve, die sich nicht strikt zu Zinssenkungen durchringen kann – ein Thema, das Anleger wie Ökonomen beschäftigt (der Arbeitsmarkt entspannt sich zwar langsam, doch die Inflation bleibt zäh). Der Goldpreis profitierte von der Unsicherheit und legte – möglicherweise als 'sicherer Hafen' – unerwartet deutlich zu; ein Trend, der sich angesichts globaler politischer und finanzieller Unsicherheiten fortsetzen könnte.
Recherche-Update: Jüngste Berichte verschiedener Wirtschaftsportale zeigen, dass vor allem technologische Unsicherheiten und der schleppende Inflationsrückgang die Märkte prägen (**Spiegel**, **FAZ**, **Süddeutsche**). Auch internationale Einflüsse, etwa die Unsicherheiten rund um den US-Präsidentschaftswahlkampf und geopolitische Spannungen, schlagen sich zunehmend in den Marktbewegungen nieder. Inzwischen verstärkt sich der Trend hin zu sicheren Anlageformen wie Gold, während die Aktienmärkte nervös auf kurzfristige Konjunkturdaten und Zentralbank-Signale reagieren.