Branchenprotest gegen das Ende der Minijobs: Dehoga bezieht Stellung

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga stellt sich vehement gegen die Pläne, Minijobs zu streichen – und verweist auf die Bedeutung für das Gastgewerbe.

heute 08:54 Uhr | 3 mal gelesen

Die Funke-Mediengruppe berichtete am Samstag von erheblichem Widerstand aus der Gastronomie gegen die möglichen Pläne, Minijobs abzuschaffen. Anlass sind Reformvorschläge der Rentenkommission, die tief in den Arbeitsmarkt hineinreichen könnten. Gerade im Gastgewerbe sind diese geringfügigen Beschäftigungen unverzichtbar – meint jedenfalls Dehoga-Chefin Jana Schimke. 1,1 Millionen Beschäftigte, also etwa jeder zweite Job in dieser Branche, sind Minijobs, erklärt sie. Ohne diese Kräfte, so ihr Tenor, bleibt abends die Theke kalt und werden Events oder Saisonspitzen zur echten Herausforderung. Spannend ist, dass Schimke zudem einen oft geäußerten Kritikpunkt direkt adressiert: Die Mär von der Versorgungslücke. Schon heute seien Minijobs rentenversicherungspflichtig, sagt sie, Arbeitgeber zahlen neben der Krankenversicherung einen festen Rentenbeitrag. Die Warnung: Würde man diesen Beschäftigungszweig politisch aushebeln, stünde nicht weniger als die alltägliche Dienstleistungsversorgung auf dem Spiel. Fraglich bleibt für mich dabei, ob die Politik echt zuhört – oder ob die Pläne aus den Kommissionsbüros nicht doch realer sind, als vielen Gastwirten lieb ist.

Der massive Einsatz von Minijobs im Gastgewerbe steht vor einem möglichen Umbruch, falls die Rentenkommission mit ihrem Plan durchkommt, diese Beschäftigungsform abzuschaffen. Während die Politik sich offenbar einig ist und mit den 33 Reformempfehlungen voranpreschen will, legt sich der Hotel- und Gaststättenverband quer, weil rund die Hälfte der dortigen Belegschaft Minijobber sind. Aus genannten Branchenkreisen heißt es, dass die besondere Flexibilität und die Sicherung von Arbeitszeiten am Abend oder bei Veranstaltungen ohne diese Beschäftigten kaum aufrechtzuerhalten seien. Nach aktuellen Recherchen hat sich die Diskussion deutschlandweit verschärft. Wie aus neuen Medienberichten hervorgeht, gibt es sowohl innerhalb der Regierungskoalition als auch bei Arbeitgeberverbänden kontroverse Stimmen. Gewerkschaften und Sozialverbände argumentieren dagegen häufig für eine Abschaffung, da daraus oft prekäre Lebenslagen entstünden und langfristig die soziale Absicherung unterlaufen werde. Angesichts der steigenden Lohnkosten, akuten Personalknappheit und Herausforderungen im Gastgewerbe wird der Erhalt flexibler Beschäftigungsmodelle gerade wieder lauter gefordert, während auf politischer Ebene eine stärkere Absicherung und eine Reform des Niedriglohnbereichs diskutiert wird.

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