BSW wirft Linken Annäherung an CDU in Sachsen-Anhalt vor

Deutliche Kritik von den Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW): Die Linke in Sachsen-Anhalt signalisiert Bereitschaft zu einer Kooperation mit der CDU – BSW sieht darin einen gefährlichen Kurswechsel.

heute 13:13 Uhr | 3 mal gelesen

„Die Linke ist der Rettungsanker der CDU – im Zweifel spielen sie letztlich in Merkels oder Merz’ Team“, so fasst BSW-Frontmann Fabio De Masi gegenüber der 'Welt' seine Meinung zur neuen strategischen Offenheit der Linken zusammen. Die politische Landschaft in Sachsen-Anhalt ist aktuell ohnehin voller Turbulenzen: Die AfD führt in den Umfragen, ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund könnte sogar Alleinregent werden. Um das zu verhindern, deutet die Linken-Bundesspitze auf ihrem Parteitag in Potsdam an, eine Zusammenarbeit mit der CDU nicht auszuschließen – wie Ministerpräsident Sven Schulze betont. De Masi sieht das kritisch. Er spricht von einer absehbaren Entwicklung, wonach die Linke mittlerweile nicht nur im Bundesrat beim Thema Aufrüstung und Sozialstaatsabbau oder Rentenpolitik auf CDU-Kurs sei. Für ihn verkommt die Linke so zu einer sicheren „Absicherung Merz’“. Anwiderung schwingt mit, als er resümiert: „Wenn die Linke jetzt auch noch den CDU-Chef in Sachsen-Anhalt zur Notfalloption erklärt, beschleunigt das nur den rechten Drift – der Einheitsbrei hilft letztlich der AfD.“ Das BSW sieht die Lösung eher in einem Neustart: ein überparteilicher Ministerpräsident, variable Mehrheiten, Reformen beim Rundfunk, in der Schule und eine Rentenpolitik, die sich Österreich zum Vorbild nimmt.

Der Streit um mögliche Koalitionen der Linken in Sachsen-Anhalt beschäftigt derzeit viele, gerade vor dem Hintergrund des starken Abschneidens der AfD in den Umfragen vor der Landtagswahl. Fabio De Masi sieht in einem Bündnis zwischen Linke und CDU nicht nur eine temporäre Notlösung, sondern einen weiteren Beleg für eine zunehmende Anpassung der Linkspartei an CDU-Positionen, was nach seiner Ansicht das Erstarken rechter Kräfte wie der AfD begünstigt. Aktuelle Medienberichte greifen dieses Dilemma auf: Sie betonen, dass die politische Unsicherheit in Sachsen-Anhalt längst bundesweite Debatten um Haltung und Strategie der Parteien anheizt, und zeigen auf, wie die Angst vor einer rechten Regierung paradoxerweise alte parteipolitische Gräben verschiebt und neue Bündnisse erzwingt. Im Hintergrund läuft eine breite Diskussion darüber, wie sich Parteien ideologisch und personell aufstellen wollen, um sowohl Demokratie zu sichern als auch handlungsfähig zu bleiben – und dabei wächst die Befürchtung, dass Kompromisslösungen Wähler an extreme Ränder treiben. Laut Süddeutsche Zeitung und Spiegel wird besonders das politische Vakuum in ostdeutschen Ländern als Brandbeschleuniger für Allianzen gesehen, die noch vor Kurzem unvorstellbar waren. Außerdem greifen aktuelle Analysen aus FAZ und ZEIT die Frage auf, wie glaubwürdig Parteien noch wahrgenommen werden, wenn sie strategische Grundsätze opfern und sich daraus ein Vertrauensverlust bei der Bevölkerung entwickelt.

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