Wenn Politiker*innen über Steuern feilschen, bleibt der soziale Ausgleich oft bloßes Schlagwort – diesmal allerdings nicht, sagt Eva Welskop-Deffaa. Das vorgestellte Steuerpaket setzt laut der Caritaspräsidentin an der richtigen Stelle an: Die Entlastung für die unteren und mittleren Einkommen wird nicht durch Mehrwertsteuererhöhungen aufgezehrt – ein Knackpunkt. Stattdessen sollen Menschen mit höheren Einkommen stärker zur Kasse gebeten werden. "Gerade jetzt, wo viele Familien zwischen den Stühlen sitzen, ist das ein kleiner, aber wichtiger Lichtblick", findet sie.
Ein weiteres Puzzlestück lobt Welskop-Deffaa explizit: Die Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit. Weniger junge Menschen ohne Abschluss – das sei aus ihrer Sicht ungefähr so dringend wie trockene Füsse im November. Auch, dass die Beitragssätze zur Arbeitslosenversicherung nicht erhöht werden, geht für sie in die richtige Richtung.
Der eigentliche Kraftakt stehe aber noch bevor, merkt sie an: Bei der Rentenreform müsse Schwung in die Bude. Versprechen einzulösen und die Vorschläge der Alterssicherungskommission zügig umzusetzen – das wäre jetzt angesagt. Wichtig dabei: die soziale Balance halten. Beispiel neue Berufsausfallrente oder die geplante Erwerbstätigenversicherung für alle. An der Stelle gäbe es, so zwischen den Zeilen, dann doch noch Gesprächsbedarf.
Caritaspräsidentin Eva Welskop-Deffaa hebt hervor, das Reformpaket der Koalition entlaste gezielt die unteren Einkommensgruppen, während vermögendere Haushalte mehr zum Steueraufkommen beitragen sollen. Besonders begrüßt sie, dass jugendliche Perspektivlosigkeit angegangen wird und eine stabile Arbeitslosenversicherung geplant ist; dennoch warnt sie, die anstehende Rentenreform brauche Tempo und müsse sozial ausgewogen ausgestaltet werden. In aktuellen Diskussionen um Steuerpolitik und soziale Sicherheit zeigt sich immer wieder: Während die einen vor Fortschritt sprechen, bleibt bei vielen Betroffenen die Skepsis, ob diese Schritte tatsächlich im Alltag ankommen.
Ergänzend fanden sich Hinweise, dass das Reformpaket auch in anderen Organisationen für Zustimmung sorgt – insbesondere der Fokus auf Familien und Ausbildung wird vielfach als überfällig angesehen. In Internetbeobachtungen stoßen neben klassischem Lob auch kritische Stimmen auf Gehör, die etwa die tatsächliche Wirksamkeit der Steuermaßnahmen hinterfragen und warnen, dass ein nachhaltiger sozialer Ausgleich an dauerhafte politische Taten gebunden ist.