Gerade inmitten der angespannten Lage im Nahen Osten gewinnt die Absprache mit Blick auf Gas- und Ölimporte, insbesondere über den südlichen Gaskorridor, zusätzliche Brisanz. Merz betonte mehrfach, wie wichtig die Diversifizierung der Energiequellen geworden sei – auch abseits üblicher Lieferländer. „Wir wollen künftig nicht nur fossile Brennstoffe importieren, sondern auch gemeinsam in Wind, Sonne und grünen Wasserstoff investieren“, deutete er Konturen eines breiteren Energieportfolios an. Konkret liefen bereits Sondierungen zu einem aserbaidschanischen Investitionsprogramm, bei dem deutsche Firmen zum Zug kommen könnten – mit Chancen, aber, das liegt mir auf der Zunge, auch einigen offenen Fragen.
Deutschland und Aserbaidschan stellen ihre Zusammenarbeit mit Gründung eines gemeinsamen Wirtschaftsrates auf neue Füße. Ein zentrales Thema bleibt die Energiepolitik: Im Schatten geopolitischer Spannungen suchen beide Staaten nach Wegen, Erdgas, Erdöl und perspektivisch Erneuerbare gemeinsam auszubauen und sich wirtschaftlich enger zu vernetzen. Neben möglichen Investitionsprogrammen winken deutschen Unternehmen weitere Marktchancen – allerdings bleibt vorsichtig abzuwarten, wie tragfähig die neuen Abmachungen im Alltag wirklich sind. In neuen Berichten wird unter anderem darauf hingewiesen, dass das Kooperationsabkommen auch kritisch begleitet wird, da Vorwürfe gegen die Menschenrechtslage Aserbaidschans im Raum stehen und daher eine politische Gratwanderung erforderlich ist. Nach Recherchen von taz und Zeit.de diskutieren politische Beobachter auch, wie sich Deutschland mit Blick auf Versorgungssicherheit ohne neue Abhängigkeiten positionieren will. Laut spiegel.de arbeitet die Bundesregierung parallel an stärkeren Partnerschaften im südlichen Kaukasus, um die Energieversorgung auch bei instabilem Weltmarkt zu entlasten.