Es ist nicht mal mehr ein Science-Fiction-Szenario: Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht in Drohnen eine wachsende Gefahr für Unternehmen – und zwar nicht auf dem Papier, sondern ganz real. Der aktuellen Einschätzung nach, über die unter anderem die 'Süddeutsche Zeitung' sowie der WDR berichten, werden Drohnen beinahe schon schwindelerregend schnell leistungsfähiger, geschickter, unauffälliger. Kameras liefern längst gestochen scharfe Bilder, und weil immer kleinere Bauteile möglich sind, wird das Gesamtpaket kaum noch sichtbar oder hörbar. Da fliegen Mini-Drohnen schon einmal unbemerkt durch ein offenes Fenster – das klingt absurd, liegt aber längst im Bereich des Machbaren. Durch künstliche Intelligenz öffnen sich nochmal ganz neue Türen: Drohnen steuern sich autonom, deuten Bildsignale in Echtzeit aus, finden Schwachstellen.
Im Fokus stehen laut Einschätzung des Verfassungsschutzes nicht nur militärische Einrichtungen oder große Verkehrsknotenpunkte – nein, auch das Bürogebäude nebenan, die Fabrik in der Vorstadt oder sogar Behördenstandorte können ins Visier geraten. Selbst scheinbar unscheinbare Kleinigkeiten werden relevant: Ein Whiteboard, eine offene Videokonferenz oder der Bildschirm am Fensterplatz können zur Sicherheitslücke werden.
2019, das war schon drastisch – aber vergangenes Jahr hat das BKA stolze 1.000 verdächtige Drohnenflüge registriert. Das klingt viel? Es ist bloß die dokumentierte Spitze des Eisbergs. Die Reaktion des Verfassungsschutzes: Ein Katalog an Ratschlägen, der beinahe altmodisch daherkommt. Bildschirme sperren, Jalousien zu, sensible Informationen wegräumen. Mobilfunkverbindungen zumindest vorübergehend kappen und – ein Tipp, der irgendwie an Detektivgeschichten erinnert – Fotos oder Videos von verdächtigen Drohnen machen. All das soll helfen, bevor die kleinen Fluggeräte sensible Betriebsgeheimnisse ausspähen oder gezielt sabotieren.
Drohnen entwickeln sich technisch rasant weiter und werden als Instrumente für Spionage und Sabotage immer attraktiver, insbesondere für die Ausspähung sensibler Bereiche der deutschen Wirtschaft und Infrastruktur. Laut Verfassungsschutz gewinnen Miniaturisierung, leistungsfähige Kameras und Künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung und machen Drohnen schwerer erkennbar sowie vielseitiger einsetzbar. Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund mehrerer Hundert dokumentierter Drohnensichtungen, wobei Experten anmerken, dass in den letzten Monaten auch Fälle bekannt wurden, in denen Drohnen gezielt Unternehmen überflogen und dabei mutmaßlich sensible Bereiche filmten – häufig blieben die Täter unerkannt. Ein jüngerer Vorfall betraf etwa ein deutsches Energieunternehmen, bei dem Drohnen mehrfach über Kraftwerksarealen kreisten, wie etwa auch von der "Zeit" und der "FAZ" berichtet. Parallel dazu wird immer wieder diskutiert, dass gerade mit Blick auf internationale Krisenlagen (Stichwort Russland-Ukraine-Krieg) die Industriespionage per Drohne weiter zunimmt; dies deckt sich mit Erfahrungen, die unter anderem aus dem Ausland berichtet werden.