ESA-Direktor Aschbacher zweifelt an Macrons schnellem Mondtraum

Josef Aschbacher, Chef der europäischen Raumfahrtagentur ESA, bremst die Erwartungen an einen rein europäischen Flug zum Mond in den nächsten zehn Jahren. Stattdessen plädiert er für eine realistische Strategie mit Fokus auf eigene Raketenstarts, neue Investitionen und mehr Satelliten für Europas Sicherheit.

heute 21:42 Uhr | 2 mal gelesen

Josef Aschbacher, der Mann an der Spitze der ESA, sieht die Vision eines europäischen Astronauten auf dem Mond in naher Zukunft eher als kühne Wunschvorstellung. Er widerspricht dem Optimismus von Frankreichs Präsident Macron, der Europa in nur einer Dekade auf den Mond bringen möchte.

Erst die Erdumlaufbahn, dann größere Träume

Aschbacher skizziert einen vorsichtigen Fahrplan: Zuerst will die ESA den Schritt schaffen, aus eigener Kraft Menschen in den niedrigen Erdorbit zu befördern. Bevor Europa an Mondmissionen denkt, sollen zuverlässige Zugangsmöglichkeiten und Raumstationen für Astronauten entwickelt werden. Vielleicht hätte früher schon jemand den Mut gehabt, einfach loszufliegen – heute aber baut man lieber solide.

Raketentechnologie made in Europe?

Der Launch einer deutschen Privat-Rakete kurz vor dem großen ESA-Treffen in Paris gibt Anlass zur Hoffnung. Aschbacher sieht darin mehr als nur eine Rakete in den Himmel schießen: Es ist so etwas wie Aufbruchsstimmung. Frisches Kapital – die angesprochenen 200 Millionen Euro – soll privaten Akteuren wie Isar Aerospace helfen, Europa unabhängig zu machen, was Raketenstarts angeht. Nach Jahrzehnten mit russischen oder amerikanischen Trägerraketen sehnt sich Europa nach Eigenständigkeit.

Weltraum-Gipfel zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Mit rund 2.000 Gästen aus allen denkbaren Ecken der Politik und Industrie wurde in Paris nicht nur gefachsimpelt, sondern auch signalisiert, dass Europa es wirklich wissen will. Aschbacher spricht von "Aufwachen" und erinnert daran, wie viel großzügiger die USA ihre Raumfahrt finanzieren. Investitionen bekommen plötzlich Atem – das fehlte Europa bislang oft.

Neue Regeln für alte Träume

Ein Raum ohne Regeln ist wie ein Spielplatz ohne Aufsicht – und Aschbacher fordert für den Orbit klare Regularien. Dass die USA dabei zurückhaltend sind, überrascht kaum. Interessanterweise sieht er aber keine Eiszeit zwischen Europa und den USA, selbst wenn manche US-Unternehmen ihre Teilnahme am Pariser Gipfel abwinkten. Praktisch läuft die Zusammenarbeit weiter, was auch mal vergessen wird.

Kameras gegen Bedrohungen aus dem Osten

Das nächste große Ding: Europa will mit cleveren Satelliten fast im Minutentakt den Erdball beobachten. Ziel ist es, Bedrohungen – vor allem aus Russland – früh zu erkennen. 1,2 Milliarden Euro sind schon eingeplant, aber ganz ehrlich: Bis dieses System an den Start geht, vergeht noch Zeit. Aber dass es kommt, steht offenbar außer Frage.

Mehr als nur Technik – ein Wettlauf mit sich selbst

Am Ende steht Europa an einer Wegkreuzung: Einerseits die politischen Träume vom Mond, andererseits handfeste Ingenieurskunst. Der Eigenantrieb, endlich unabhängig zu werden, zieht sich wie ein roter Faden durch alles, was Aschbacher und die ESA gerade denken und tun. Kooperation mit den USA – ja! Aber eigene Raketen eben auch.

Europas verhaltener Aufbruch ins All

Nach aktuellen Entwicklungen und Stimmen setzt die ESA ihre Hoffnung in eine allmähliche technologische Selbstständigkeit, statt auf kühne Sprünge zum Mond. Die neuen Investitionen – unter anderem in private Träger wie Isar Aerospace – spiegeln einen Wandel wider: Europa will nicht länger von Launen oder Embargos aus Russland oder Verschiebungen in den USA abhängen. Immer deutlicher wird auch, dass geopolitische Unsicherheiten (Ukrainekrieg, wachsende Konkurrenz zu China, Spannungen mit den USA) Europa dazu antreiben, Überwachungs- und Sicherheitsinfrastruktur aus eigener Hand zu schaffen.

Neuste Entwicklungen – Stimmen aus der aktuellen Debatte

In den letzten 48 Stunden beschäftigt viele Medien, dass Europa neben dem Ausbau der weltraumgestützten Sicherheit (Satellitenüberwachung gegen hybride und klassische Bedrohungen) auch neue Allianzen schmiedet: Deutschland, Frankreich und Italien setzen auf engere Zusammenarbeit bei Weltraumtransportern, um gemeinsam konkurrenzfähig gegen SpaceX und China zu werden (Quelle: taz). Gleichzeitig warnt die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrttechnik, dass trotz privater Initiativen wie Isar Aerospace kein schneller Innovationssprung zu erwarten sei; bürokratische Hürden und knappe Fördermittel bleiben ein Problem (Quelle: Spiegel). Ein dritter Aspekt aus aktuellen Leitartikeln: Sicherheitsexperten betonen, dass das neue Satellitenprogramm zur Erkennung hybrider Gefahren ein wichtiger Schritt ist, Europa aber dringend auch auf „digitale Souveränität“ und den Ausbau eigener KI-Auswertungskapazitäten achten muss, um sich auf Dauer von globalen Tech-Konzernen zu lösen (Quelle: FAZ).

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