EU plant verbindliches Elektrifizierungsziel für ganz Europa

Die Europäische Kommission will erstmals ein konkretes Ziel festlegen, wie viel Strom zukünftig als Energiequelle überall in der EU dienen soll.

heute 11:51 Uhr | 7 mal gelesen

Elektrifizierung – klingt zunächst nach Zukunftsmusik, dabei ist es längst ein Thema im politischen Würgegriff. Nächste Woche will die EU-Kommission einen umfassenden Plan vorlegen: Angestrebt wird, noch genauer festzulegen, wie sehr Industrien, Gebäude und der Verkehr weg von Öl, Gas und Kohle und hin zu Strom als Hauptantrieb wechseln sollen. Überraschenderweise, oder vielleicht auch beruhigend – je nachdem, wen man fragt – bleiben nationale Sonderregelungen außen vor. Der Plan baut vor allem darauf, Wärmepumpen endlich aus der Nische zu holen und die Akzeptanz für Elektroautos weiter zu steigern. Hintergrund bleibt wie immer der alte Hut der fossilen Abhängigkeit Europas. Gerade einmal ungefähr ein Viertel unseres Energiebedarfs wird aktuell elektrisch gedeckt, der Rest tickt noch fossiler als so mancher Kaminabend. Damit das Ganze nicht bloß ein nettes Papier bleibt, sollen beim Emissionshandel mehr Gelder Richtung grüne Industrie – speziell Strom – fließen. Kleiner, aber wichtiger Twist: Für Firmen gibt’s Emissionszertifikate künftig nur noch, wenn sie nachweislich ihr Geld in die Elektrifizierung stecken. Digitalisierung, Transformation, Elektrisierung – es bleibt Bewegung in der europäischen Energiepolitik.

Die EU-Kommission will den Stromanteil am Endenergieverbrauch durch einen verbindlichen Elektrifizierungsfahrplan drastisch steigern und den Wandel zu erneuerbaren Energien strukturierter angehen. Zwar verzichtet die Kommission auf länderspezifische Ziele, doch sollen nationale Einnahmen aus dem Emissionshandel verstärkt in den Umbau hin zu elektrifizierten Prozessen gesteckt und Unternehmen zu Investitionen verpflichtet werden. Kritisch diskutiert werden dabei offene Fragen nach sozialen Folgen, notwendiger Infrastruktur und der Versorgungssicherheit – etwa, wie stabile Netze und genügend grüner Strom tatsächlich gewährleistet werden können. In jüngsten Artikeln wurde außerdem berichtet, dass Europas Industrie vor der doppelten Herausforderung der Energiepreisinflation und Umstellung auf Ökostrom steht, dass Klimapolitik und soziale Gerechtigkeit stärker zusammengedacht werden müssen, und dass auch die Verzögerungen beim Netzausbau für Unsicherheit sorgen.

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