Familienverband geht auf Konfrontationskurs: Scharfe Kritik an der geplanten Elterngeldreform

Der Deutsche Familienverband (DFV) äußert scharfe Vorwürfe gegen die von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) geplante Überarbeitung des Elterngeldes. Konkret stehen die geplanten Kürzungen und Anpassungen unter Beschuss – laut DFV-Bundesgeschäftsführer Sebastian Heimann bedeute das vor allem für junge Eltern in Deutschland eine herbe Verschlechterung.

07.07.26 16:34 Uhr | 2 mal gelesen

Es wirkt geradezu paradox: Während öffentlich von Fortschritten in Sachen Gleichstellung und partnerschaftlicher Erziehung die Rede ist, sieht der DFV hinter den Plänen eher einen Rückschritt. Besonders die geplante Verringerung der Bezugsdauer von 14 auf 12 Monate, bei gleichzeitiger Erhöhung der verpflichtenden Partnermonate, stößt auf Unverständnis. 'So etwas als Fortschritt zu deklarieren, ist schlicht Etikettenschwindel', bringt Heimann sein Unbehagen auf den Punkt. Er fordert, dass dieser Gesetzesentwurf gestoppt wird und mahnt eine Familienpolitik an, die mehr ist als reine Haushaltskosmetik. Stattdessen brauche es eine echte Erhöhung des Elterngeldes, das mit der Inflation Schritt hält, sowie Wahlfreiheit für Familien, ohne staatlichen Zwang zu bestimmten Lebensformen. Angesichts früherer Wahlversprechen der SPD, die Elterngeldmonate sogar weiter auszudehnen, gewinnt die Debatte noch an Brisanz. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD unter anderem Verbesserungen für Väter und Selbstständige angedeutet, wie flexibelere Regelungen und angehobene Beträge. Pflegeeltern sollten zudem erstmals ein eigenes Elterngeld erhalten.

Die geplanten Änderungen beim Elterngeld sorgen aktuell für erheblichen Streit zwischen Familienverbänden und der Bundesregierung. Der DFV kritisiert, dass die vorgesehene Verkürzung der Bezugszeiten junge Familien finanziell und organisatorisch belasten wird – und sieht darin vor allem ein Sparmanöver auf dem Rücken der Eltern. Kritik entzündet sich auch daran, dass die Änderungen als Maßnahmen für mehr Gleichberechtigung verkauft werden, obwohl dahinter aus Sicht vieler Beobachter eher fiskalische Motive stehen. Währenddessen gibt es gesellschaftlich breite Debatten darüber, wie eine zeitgemäße Familienpolitik eigentlich aussehen müsste: Einige Befürworter der Reform argumentieren, dass eine längere Beteiligung beider Partner beim Elterngeld eine gerechtere Aufgabenverteilung fördert, andere befürchten eine Einschränkung der individuellen Wahlfreiheit. Laut aktuellen Recherchen von Zeit Online, Süddeutscher Zeitung und Der Spiegel werden betroffene Familien, Sozialverbände und auch Experten aus der Wissenschaft in die politische Diskussion einbezogen. Es ist zu erwarten, dass die parlamentarischen Beratungen und gesellschaftlichen Debatten noch einige Zeit andauern werden.

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