Es wirkt fast surreal, wie sich Frankfurt mittlerweile als Hotspot der Finesse in der deutschen Hochküche behauptet. Zum zweiten Mal in Folge wurde die Verleihung der Michelin-Sterne im imposanten Gesellschaftshaus Palmengarten inszeniert. Eine illustre Gästeschar von Küchenchefs, Branchenprofis und Medienmenschen verfolgte live, wie 20 Häuser einen neuen Ein-Stern-Status, vier Restaurants sogar einen zweiten und ein einziges gar einen dritten Stern erhielten. Die Liste der Ausgezeichneten liest sich wie ein Who’s who heimischer Kochkunst – facettenreich, experimentell, aber immer auch ein bisschen stolz auf Regionalität. Schon Wochen vor der eigentlichen Gala wurden bei den begleitenden Events Köpfe zusammengesteckt, Ideen gesponnen und viel über Nachwuchs und Zukunft der Branche diskutiert. Apropos Nachwuchs: Die Jugendarbeit und nachhaltige Konzepte zogen sich wie ein roter Faden durchs Programm – irgendwie spürt man hier den Wechsel der Zeiten.
‘Frankfurt steht diese Michelin-Nacht ausgezeichnet zu Gesicht’, versichert Stephanie Wüst, die für Wirtschaft und Stadtmarketing das Wort ergriff. Der Sternenregen für Frankfurts Restaurants – darunter neue Sterne für das Rausch, The Dune und das traditionsreiche Lohninger – gilt als Beweis, dass die Stadt kulinarisch zu den Großen Europas aufschließt. Ein Heimspiel für Gastgeber und Feinschmecker, das gerade in schwierigen Zeiten Hoffnung gibt, wie Robert Mangold, Präsident des DEHOGA Hessen, zwischendurch betont. Sicher, es ist eine Feier der Eitelkeiten – aber eben auch eine Würdigung von Handwerk und Herzblut.
Fast ein bisschen unter dem Radar rauschte eine Premiere durch: Der neue Preis „Mindful Voice“ – Nachfolger der Grünen Sterne – zeichnet Persönlichkeiten und Betriebe für besondere Weitsicht im Sinne von Nachhaltigkeit aus. Hier hielt das Kölner Restaurant Neobiota die Fahne hoch. Ach, und wenn noch ein Name hängen bleibt: Daniel Schimkowitsch, der mit Kochmütze und drei Sternen in der Liga der ganz Großen mitmischt.
Für die nächsten Jahre hat Frankfurt große Pläne – die Sterne sollen weiter funkeln, die Szene dynamischer, internationaler und nachhaltiger werden. Bleibt zu hoffen, dass der Hype bleibt und die Leidenschaft nicht bloß Show ist.
Die Michelin Guide Gala 2026 in Frankfurt markierte bereits zum zweiten Mal in Folge einen Meilenstein für die deutsche Spitzengastronomie: 25 Restaurants wurden mit mindestens einem Michelin-Stern geehrt, darunter einige Neulinge, die sich auf Anhieb einen Platz unter den besten Küchen sichern konnten. Dabei setzte das ‚Sterne über Frankfurt‘-Programm mit Wochen voller begleitender Events neue Akzente in Sachen Nachwuchsförderung und Nachhaltigkeit – ein klares Zeichen, dass die Branche in puncto Innovation und gesellschaftliche Verantwortung weiterdenkt. Besonders im Fokus stand die wachsende Bedeutung von Regionalität und nachhaltigem Wirtschaften, wie der neue ‚Mindful Voice‘-Award unterstreicht, während sich Frankfurt endgültig als kulinarische Hauptstadt im Herzen Deutschlands profiliert und für die kommenden Jahre ambitionierte Pläne für die Gastronomieszene verkündet. Laut einem aktuellen Artikel in der FAZ bleibt das Interesse an der Gourmetküche und besonders an Michelin-Auszeichnungen ungebrochen, trotz angespannter wirtschaftlicher Lage in der Branche. Darüber hinaus wird auf spiegel.de berichtet, dass viele Gastrobetriebe und Köch:innen verstärkt auf ökologische und ethische Standards achten – was sich auch in der Vergabe der neuen Awards widerspiegelt. Die Süddeutsche Zeitung hebt in ihrer Berichterstattung hervor, dass gerade junge und innovative Gastronomen mit neuen Formaten und interdisziplinären Konzepten für frischen Wind sorgen und dem Markt neue Impulse geben.