Der Auftakt verlief, wie man es erwartet hätte: hinter dicken Mauern, Schutz vor Regenwetter und Fotografen, eine Mischung aus Anspannung und Routine. Die Lage im Nahen Osten beschäftigt die Spitzenpolitiker besonders, wobei der frisch ausgehandelte Rahmenfrieden zwischen USA und Iran die Gespräche elektrisiert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), ohnehin nie um ein markantes Statement verlegen, warf kurz vor dem Treffen in den Ring, dass Deutschland sich an einer internationalen Mission zur Sicherung der Straße von Hormus beteiligen könnte – natürlich mit der üblichen Einschränkung, dass die Bedingungen dafür noch offen seien. Wie so häufig bleibt da etwas vage, aber der Wille zur Zusammenarbeit tönt klar durch, und die Beratungen mit den USA, Präsident Trump und den anderen Partnern sind fix eingeplant.
Doch Nahost ist nur ein Brennpunkt unter mehreren: Auch die wankende Weltwirtschaft und Chinas dominante Exportpolitik werfen Fragen auf, deren Lösung alles andere als trivial wirkt. Hinzu kommen Herausforderungen beim Zugang zu kritischen Rohstoffen und – wenig überraschend – der Krieg in der Ukraine, der die europäische Sicherheitsarchitektur weiter durcheinanderwirbelt. Die G7 gibt sich offen für Gäste: Etwa Präsident Selenskyj aus der Ukraine, außerdem politische Schwergewichte aus Indien, Brasilien, Ägypten und Südkorea. Für den Mittwoch sind bisher fünf intensive Runden angesetzt. Anders als früher, und das ist durchaus ein kleines Novum: Es soll keine alles umfassende Abschlusserklärung geben, sondern eher kleinere Stellungnahmen zu Einzelthemen. Das kann enttäuschen, aber vielleicht ist es in diesen unsteten Zeiten ehrlicher. Wer weiß.
Der diesjährige G7-Gipfel in Évian steht unter dem Eindruck anhaltender Krisen und komplexer geopolitischer Verflechtungen. Besonders im Mittelpunkt: der neue Friedensplan zwischen den USA und Iran und seine Auswirkungen auf die Sicherheitslage im Nahen Osten sowie internationale Handelsbewegungen. Deutschlands mögliche Beteiligung an einer Mission in der Straße von Hormus ist ein Signal, dass Berlin auf internationale Verantwortung setzt, auch wenn die Details der Beteiligung noch im Nebel bleiben. Die Wirtschaftsdebatten kreisen um Chinas riesige Exportüberschüsse, wachsende Ungleichgewichte sowie die Rohstoffabhängigkeit – Herausforderungen, bei denen sich die G7-Länder oft selbst uneins sind. Statt einer großen Schlussformel peilt der Gipfel pragmatische Einzelerklärungen an.
Aktuelle Recherchen ergänzen: In jüngsten Artikeln wird berichtet, dass der G7-Gipfel neben krisenpolitischen Fragen auch Ansätze für eine nachhaltige Entwicklung und globale Zusammenarbeit auslotet. Es gibt Stimmen, die auf eine Neuausrichtung der G7 drängen, um handlungsfähiger gegenüber neuen Allianzen wie BRICS zu werden. Zudem verweisen Expert*innen darauf, dass das Treffen als Test dafür gilt, wie gut westliche Demokratien noch auf drängende Zukunftsthemen geeint reagieren können.