Fußball-WM: Belgien ringt Ägypten ein Remis ab – Viel Kampf, wenig Tore

Im ersten Spiel der WM-Gruppe G kommen sich Belgien und Ägypten nicht entscheidend näher. Die Partie endet mit einem 1:1 und hält dabei einige Momente für Freunde der Dramaturgie bereit.

15.06.26 23:00 Uhr | 6 mal gelesen

Es passierte bereits früh: In Minute 20 steckt Salah – an seinem eigenen Geburtstag, was vielleicht ein Nervenkribbeln mehr in die Partie brachte – den Ball wunderbar auf Ashour durch. Dieser fackelt nicht lange, hämmert das Leder aus der Distanz ins lange Eck. Da konnte auch Courtois, der belgische Schlussmann, nur staunend hinterhersehen. Die Belgier? Die verloren für einen Moment völlig den Faden, ehe nach der Pause doch noch Leben in das Team kam. Kurios dann der Ausgleich: Kaum war Lukaku auf dem Platz, setzten die Belgier den ägyptischen Verteidiger Hany so unter Druck, dass ein eigentlich ungefährlicher Ball den Weg ins eigene Tor fand (66.). Vor allem Meunier bereitete sich später im Interview ein leises Grinsen, hatte er doch diese Flanke nach innen geschlagen. Das Spiel wurde gegen Ende hektisch: Shoubeir, der ägyptische Keeper, wuchs mehrmals über sich hinaus – besonders, als er einen Mechele-Kopfball artistisch aus der Ecke fischte. Dennoch, so ehrlich muss man sein, zeigte sich auf beiden Seiten: Die ganz große Zielstrebigkeit vor dem Tor fehlte. Belgien muss definitiv nachlegen, wenn es mit dem WM-Traum weiter ernster werden soll. Bei Ägypten hingegen mischten sich am Ende Stolz und Erleichterung, vielleicht sogar in einem, das weiß man nicht so genau.

Kurzum: Ein Auftakt mit Licht und Schatten, belgische Ideenlosigkeit, ein Geburtstagsmoment für Salah und ein ägyptisches Tor, das Hoffnungen weckt. Der Ausgleich für Belgien kam halb erzwungen, halb geschenkt. Pressestimmen loben die Keeperleistung von Shoubeir, sehen aber auch bei den Belgiern Luft nach oben – vor allem im Offensivspiel, das überraschend behäbig wirkte. Und: Aktuell wird nicht nur das Sportliche, sondern auch die politische Kulisse rund um das Turnier kritisch beleuchtet. Seit dem letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften war ungewiss, wie sich Ägyptens neues Spielsystem bewährt – und zumindest zu Beginn gelang die Überraschung. Interessant ist, dass bei beiden Teams einige Nachwuchsspieler Chancen erhielten, auf sich aufmerksam zu machen. Im Netz wird vor allem Salahs Leistung hervorgehoben, der trotz Geburtstag (oder vielleicht gerade deswegen) zum Motor seiner Mannschaft wurde.

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