Stillstand beim Umsatz, aber Ebbe in der Kasse – der Wirtschaftstrend wendet sich gegen Deutschlands Konzerne. Wie das jährliche Ranking der 200 größten Unternehmen, das die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' für ihre Ausgabe am Dienstag auswertete, offenbart, kletterten die Umsätze im Jahr 2025 nur minimal auf 3,8 Billionen Euro, fast auf Vorjahresniveau. Der echte Schock steckt jedoch in den Bilanzen: Die Gewinne sanken um satte 9,8 Prozent; konkret fehlten 11,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Berücksichtigt wurden dabei Firmen mit Sitz in Deutschland, ausdrücklich ohne Banken und Versicherer – deren Geschäftsvolumen misst sich nämlich anders (Stichwort: Bilanzsumme und Beitragseinnahmen, nicht Umsatz). Im Rampenlicht dabei: Volkswagen. Obwohl noch immer Branchenprimus mit monstermäßigen 322 Milliarden Euro Umsatz, stürzte der Überschuss fast um die Hälfte auf nur noch 6,9 Milliarden Euro. Kein Wunder – geopolitische Konflikte, Zölle und der nicht enden wollende Konkurrenzkampf machen auch dem einstigen Klassenprimus das Leben schwer. Noch düsterer sieht’s in der Chemiebranche aus: Der Kunststoffkonzern Covestro, unter Adnoc-Flagge, verzeichnete einen Fehlbetrag von 643 Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Schwache Nachfrage und knallharter Wettbewerb drücken schlichtweg auf Preise und Nerven. Währenddessen erlebt die Rüstungsbranche eine Sonderkonjunktur: Rheinmetall etwa steigert seine Umsätze (militärisch betrachtet) um rund 30 Prozent. Allerdings bleibt diese Zahl im FAZ-Vergleich auf der Stelle treten, weil der geplante Verkauf der zivilen Sparte noch anders verrechnet wird. Ein wilder Spagat also – und nicht nur Rheinmetall tanzt zwischen Geschäftsfeldern: Auch MTU Aero Engines, Diehl und Rolls-Royce Power Systems legen beim Umsatz zu. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Kriegskasse klingelt?
Deutsche Großunternehmen mussten 2025 einen spürbaren Gewinneinbruch verkraften, obwohl die Umsätze stabil blieben. Besonders unter Druck stehen klassische Branchen wie Chemie und Automobilbau, die sowohl unter internationalem Wettbewerb als auch geopolitischen Turbulenzen leiden; Unternehmen aus dem Rüstungssektor konnten demgegenüber ihren Umsatz meist deutlich steigern. Nach neuen Presseanalysen stecken viele Konzerne bei Investitionen und Innovationen fest, während ihnen zugleich internationale Handelskonflikte, hohe Energiepreise und Fachkräftemangel zusetzen. Auch KI und Digitalisierung sorgen für einen Umbruch, den vor allem alteingesessene Industrien schwer stemmen können. Die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland bleibt daher unsicher – Analysten warnen vor einer Dekade mit anhaltendem strukturellem Druck und zögerlichem Wachstum.