Hausärzte prangern mangelnden Hitzeschutz durch die Politik an

Deutschlands Hausärzte fühlen sich im Kampf gegen Hitzefolgen alleingelassen – und kritisieren scharf die Untätigkeit der Bundesregierung.

heute 07:59 Uhr | 1 mal gelesen

„Die Regierung lässt uns Ärzte schlicht im Regen stehen, wenn es um Schutz vor der Hitze geht“, so Nicola Buhlinger-Göpfarth, die Chefin des Hausärzteverbandes, gegenüber den Funke-Zeitungen. Sie wirft der Politik vor, seit Jahren große Ankündigungen zum Schutz vor Hitze zu machen – aber tatsächlich sei nichts passiert. Gerade mit Blick auf die aktuellen heißen Tage mahnt sie: Die Regierung müsse endlich aus ihrer passiven Haltung ausbrechen und konkret handeln, anstatt immer nur gut klingende Absichtserklärungen zu verschicken. Buhlinger-Göpfarth erinnert: Bereits vor drei Jahren versprach die Regierung ein umfassendes Hitzeschutz-Paket. Unter anderem sollte Beratung zu Hitzegefahren in Hausarztpraxen extra vergütet werden. Doch bis heute sei diese Idee nicht Wirklichkeit geworden. „Sobald die Temperaturen wieder sinken, verschwindet das heikle Thema von der Agenda“, kritisiert sie. Insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen und Senioren seien jetzt bedroht: Gerade hier seien gezielte Beratungen, etwa zu Trinkgewohnheiten, Medikamentenanpassungen oder zum Umgang mit sensiblen Arzneimitteln unerlässlich – Aufgaben, die Zeit kosten und spezielles Wissen erfordern. Die Verantwortung werde allerdings zunehmend auf die Hausärzte abgewälzt, die mit leeren Händen dastehen. Die aktuelle Hitzewelle – der Deutsche Wetterdienst rechnet in bestimmten Regionen mit bis zu 40 Grad – sollte nun endlich als letzte Warnung dienen, findet der Verband. Neben gut ausfinanzierten Beratungen müssten vor allem auch Alten- und Pflegeheime vernünftige Mittel für einen echten Hitzeschutz erhalten. Dort zeigt sich laut Buhlinger-Göpfarth, dass es an Schlaf- und Aufenthaltsräumen vielfach noch an elementarsten Schutzmaßnahmen fehlt.

Hausärzte kritisieren die ausbleibende Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen seitens der Bundesregierung, obwohl umfangreiche Pläne längst angekündigt wurden. Sie fordern nicht nur die angemessene Finanzierung von Beratungen zur Hitzeprävention in Praxen, sondern auch bessere Schutzmechanismen für Pflegeeinrichtungen. Die aktuelle Hitzewelle in Deutschland, mit erwarteten Temperaturen bis zu 40 Grad, macht die Versäumnisse besonders deutlich – gefährdet sind vor allem ältere und kranke Menschen. Inzwischen werden auch Forderungen an die Kommunen laut, aktiv zu werden: Bereits in mehreren Städten sollen mehr Trinkwasserstellen entstehen und Schattenplätze im öffentlichen Raum geschaffen werden. Experten betonen, dass Deutschland langfristig Hitzeaktionspläne braucht, die von präventiver Information bis zu baulichen Maßnahmen reichen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist darauf hin, dass Hitzewellen in Europa in den letzten Jahren zehntausende Todesfälle verursachten – das Thema ist also weit mehr als nur ein Sommerproblem.

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