Monika Schnitzer fordert Konsequenz bei Rentenreform – Fehler wie bei Riester vermeiden

Die Chefin des Sachverständigenrats, Monika Schnitzer, mahnt CDU/CSU und SPD, die Empfehlungen der Altersvorsorge-Kommission nicht durch das parlamentarische Verfahren zu verwässern.

heute 08:00 Uhr | 1 mal gelesen

Schnitzer betonte, wie wichtig es sei, die geplante Kapitalrente nicht aufzuweichen und die typischen Fehler deutscher Rentenreformen zu vermeiden. "Ich appelliere dringend, das wohl überlegte Gesamtkonzept nicht wieder in Einzelinteressen zu zerlegen", sagte sie der Funke-Mediengruppe. Solche Verwässerungen hätten schon oft dazu geführt, dass aus gut gemeinten Reformen am Ende ein zahnloser Kompromiss wurde. Besonders die Einführung der Kapitaldeckung bewertet Schnitzer als Meilenstein – auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich spät dran ist, bessere Vorsorgeformen einzuführen. Als warnendes Beispiel nennt sie Schweden: "Lieber spät als gar nicht", kontert Schnitzer und betont die Chance, endlich etwas gegen die zunehmende Belastung der gesetzlichen Rente zu tun. Jüngere Menschen könnten mithilfe der Kapitalrente über Jahre hinweg Vermögen aufbauen, vorausgesetzt, das neue System wird solide ausgestaltet. Was zählt? Niedrige Verwaltungskosten, breite Streuung des Kapitals und den Mut, auf Rendite-Garantien zu verzichten. Sie hebt hervor, dass gerade Sicherheiten wie bei der Riester-Rente zum Renditekiller geworden seien – ein Fehler, der sich auf keinen Fall wiederholen dürfe. Staatliche Standard-Angebote, offen für Konkurrenz, sieht sie als geeigneten Ansatz für die Umsetzung. Bei der Frage, wohin das angelegte Geld investiert werden sollte, sprach sich Schnitzer gegen eine politische Lenkung zugunsten nationaler oder europäischer Projekte aus. Die Geldanlage müsse sich allein an nachhaltigen Ertragschancen orientieren. Sozialabgaben dürften nicht über Gebühr steigen, doch ohne die Reform drohten auf Sicht ganz andere Beitragsexplosionen. Sie hält es für akzeptabel, dass der Umbau kurzfristig mehr beitragsfinanzierte Mittel erfordert – solange klar ist: Das Geld wird langfristig für die Altersvorsorge angelegt.

Monika Schnitzer warnt davor, die von der Regierung geplante Rentenreform durch Detail-Änderungen in ihrer Wirkung zu schwächen. Besonders bei der Einführung der kapitalgedeckten Rente will sie eine Wiederholung der Fehler der Riester-Rente – etwa zu hohe Kosten und zu starke Sicherungen – vermeiden und empfiehlt stattdessen ein günstiges, staatlich organisiertes Standardprodukt, eingerahmt von marktgängigen Alternativen. Kritisch sieht sie politische Überlegungen, die Kapitalrente in spezifische Investitionen zu lenken, weil die langfristige Rendite an erster Stelle stehen sollte, und hält einen moderaten Anstieg der Sozialbeiträge für tragbar, falls damit die Finanzierung des neuen Systems gesichert wird – wobei sie langfristig ohne Reformen weit stärkere Beitragssprünge befürchtet. Recherchen zeigen: In der aktuellen Diskussion um die Rentenreform in Deutschland wird landesweit darüber gestritten, wie eine nachhaltige und generationengerechte Finanzierung gelingen kann. Aus mehreren Quellen wird deutlich, dass insbesondere der internationale Vergleich mit Ländern wie Schweden Vorbildcharakter hat, weil dort die Kapitaldeckung bereits seit Jahren funktioniert und so Beitragssätze stabilisiert werden konnten. Zeitgleich gibt es Mahnungen, die Kapitalmärkte sorgfältig zu beobachten, um etwaige Spekulationsrisiken oder Blasenbildungen zu vermeiden – Themen, die jüngst auch im Bundestag hitzig diskutiert wurden.

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