Hitzewelle bringt Logistikbranche ins Schwitzen: Spediteure fürchten Folgen

Mit steigenden Temperaturen drohen dem Güterverkehr massive Schwierigkeiten – Speditionsunternehmen sehen sich zunehmend in ihrer Planung und ihren Abläufen durch Hitze und deren Auswirkungen ausgebremst.

heute 06:30 Uhr | 2 mal gelesen

Straßen, Gleise, Wasserwege – überall hinterlässt die derzeitige Hitze ihre Spuren. Der Vorsitzende des Speditionsverbands DSLV, Frank Huster, schildert, dass einige Autobahnabschnitte derart gelitten haben, dass sie schlicht gesperrt werden mussten. Aber nicht nur auf der Straße, auch auf der Schiene knirscht es: Hitze sorgt für beschädigte Weichen, Schienen und Signaltechnik, Ausfälle mehren sich. Besonders knifflig wird’s auf den Wasserwegen wie Rhein oder Mosel – sinkende Wasserstände schränken die Ladekapazitäten ein, weil Schiffe weniger tief abladen können. Also müssen Gütermengen verteilt werden, was sowieso schon angespannte Kapazitäten zusätzlich strapaziert. Zusätzlich geraten die Abläufe in den Nordseehäfen ins Stocken: Die jüngste Hitzewelle machte zum Beispiel am Rotterdamer Hafen nicht halt. Dort setzten Containerterminals vorübergehend den Betrieb aus – sämtliche Zeitfenster für Abholungen oder Anlieferungen wurden kurzerhand gecancelt. Die Folge: neue Staus auf Straßen, Schienen und Binnengewässern. Inzwischen vergeht kaum ein Tag, an dem Speditionen nicht improvisieren müssen – manchmal sind die Umleitungen absurd umständlich. Huster sorgt sich um die Nerven der Mitarbeiter und betont: jeder zusätzliche Umweg und jede Dispositionsaktion fressen Zeit, Energie und letztlich Gewinn.

Die aktuellen extremen Temperaturen setzen der deutschen Transport- und Logistikbranche erheblich zu. Insbesondere beschädigte Verkehrsinfrastruktur und niedrigere Wasserstände sorgen für beträchtliche Störungen im Güterverkehr. Branchenvertreter warnen vor wachsenden Belastungen durch ständiges Improvisieren, Engpässe und eine zunehmende Belastung von Personal und Wirtschaftlichkeit. Neuere Berichte zeigen, dass sich die Situation vielerorts weiter zuspitzt: Nicht nur der Handel, sondern auch produzierende Unternehmen geraten durch Lieferengpässe unter Druck. Politiker fordern zunehmend langfristige Investitionen in klimaresiliente Infrastruktur, um solche wiederkehrenden Extremereignisse künftig besser abzufedern. Gleichzeitig kommen Überlegungen auf, Transportrouten stärker zu diversifizieren, um Abhängigkeiten zu minimieren und alternative Wege auszubauen.

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