Stoltenberg drängt Nato vor Gipfel zu mehr Geschlossenheit

Jens Stoltenberg, früherer Nato-Generalsekretär und derzeit Finanzminister Norwegens, fordert die Verteidigungsallianz im Vorfeld des Treffens in Ankara zu geschlossenem Auftreten auf.

heute 06:02 Uhr | 2 mal gelesen

Stoltenberg äußerte im Gespräch mit der 'Welt', dass das kommende Gipfeltreffen ein 'deutliches Signal von Solidarität' innerhalb der Nato senden solle. Zwar verfüge das Bündnis derzeit nicht gerade über Harmonie – einige Meinungsverschiedenheiten, etwa in Bezug auf Grönland, bestünden weiterhin. Trotzdem bleibt Stoltenberg optimistisch und glaubt an die Fähigkeit der Nato, sich gemeinsam gegen zentrale Bedrohungen zu stellen. Bemerkenswert klar äußerte sich der Norweger zur Rolle der USA: 'Die Sicherheit Amerikas beginnt gewissermaßen schon an Europas äußerster Grenze.' Damit unterstreicht er, wie eng amerikanische und europäische Interessen tatsächlich miteinander verbunden sind. An Trumps Forderungen nach gerechterer Lastenverteilung innerhalb des Bündnisses sieht Stoltenberg nichts Falsches – seiner Ansicht nach hat Europa Nachholbedarf und sollte seine Verteidigungsausgaben deutlich erhöhen. Nur so könne die Allianz als Garant des transatlantischen Zusammenhalts fortbestehen, auch in turbulenten Zeiten. Zur Einordnung: Stoltenberg leitete die Nato von 2014 bis 2024 und ist seit Anfang 2025 zurück in der norwegischen Innenpolitik – diesmal als Finanzminister. Er bringt also nicht nur diplomatisches, sondern auch politisches Gewicht in die Debatte ein.

Im Zentrum steht Stoltenbergs Appell an die Nato-Partner, sich nicht von internen Streitigkeiten spalten zu lassen, sondern vereint und handlungsfähig zu bleiben – gerade angesichts wachsender außenpolitischer Herausforderungen. Ein bisschen klingt durch, dass das Traditionsbündnis in einer Phase der Selbstfindung steckt, in der es auf sichtbares Bekenntnis und konkrete Beiträge der Mitglieder ankommt. Aktuelle Berichte zeigen: Die Nato erhöht ihren Druck auf alle Mitgliedsstaaten, ihren Verteidigungshaushalt auf das Zwei-Prozent-Ziel anzuheben; gleichzeitig sind die Beziehungen zu Russland weiterhin angespannt, und die Gespräche über eine mögliche Erweiterung des Bündnisses laufen weiter. Nach neueren Medienberichten setzt die Nato vor dem anstehenden Gipfel verstärkt auf gemeinsame Verteidigungsinitiativen und betont angesichts von Russlands anhaltender Aggression gegen die Ukraine die Notwendigkeit entschlossener Abschreckung. Zudem wächst in mehreren Hauptstädten – insbesondere Washington und Berlin – die Debatte darüber, wie die Allianz im Falle eines Wechsels im US-Präsidentenamt ihr Zusammenhalten sichern kann. Ein weiteres, teils unterschwelliges Thema: das Balanceakt zwischen nationalen Interessen und kollektiver Verteidigung, was sich etwa in Diskussionen um Militärstützpunkte und Ressourcenallokation zeigt.

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