Kubicki: Kein Interesse am FDP-Vorsitz – vorerst

Wolfgang Kubicki, der bekannte Vizechef der FDP, hält am Fraktionsvorsitzenden Christian Dürr fest, trotz jüngster Rückschläge für die Partei. Gleichzeitig spart er nicht an Kritik gegenüber ehemaligen Hoffnungsträgern der Liberalen.

heute 15:46 Uhr | 1 mal gelesen

Eigene Ambitionen, irgendwann einmal den Vorsitz der FDP zu übernehmen? Kubicki winkt ab – zumindest für den Moment. "Grundsätzlich schließe ich wenig kategorisch aus. Ich kann mir vieles vorstellen – von der Präsidentschaft bis zum Vorstandsvorsitz eines Großkonzerns. Aber gerade ist das einfach kein Thema. Falls es zu vorgezogenen Neuwahlen in der FDP kommen sollte, müssten das auch andere in die Wege leiten – nicht ich." Kurios eigentlich: Kubicki weist darauf hin, dass mit ihm und Marie-Agnes Strack-Zimmermann zwar zwei bundesweit prominente Gesichter in der Partei vertreten sind, aber: "Wir können doch, schon rein altersmäßig, keinen Aufbruch für die kommenden 20 Jahre vermitteln." Deshalb müssten, so Kubicki weiter, andere Charaktere nach vorne gebracht werden, und zwar so, dass sie auch außerhalb der Partei wirklich sichtbar werden. Im selben Atemzug ruft der 74-jährige dazu auf, jetzt in schwierigen Zeiten zusammenzuhalten und unloyales Verhalten zu vermeiden. "Wir sind momentan wohl auf einem Tiefpunkt – vielleicht schlimmer als 2013." Mit weniger Nachsicht betrachtet Kubicki ehemalige Nachwuchshoffnungen wie Johannes Vogel oder Konstantin Kuhle, die sich für ein Leben außerhalb der Politik entschieden haben. Klar, es sei verständlich "Geld verdienen" zu wollen – erst im wahren Leben bestehen, bevor man im Bundestag landet, findet Kubicki sogar sinnvoll. "Aber wer vorher große Auftritte hatte und die Richtung der Partei vorgeben wollte, jetzt aber ganz weg ist, tja – das sagt am Ende mehr über diese Leute als über diejenigen, die weiter drangeblieben sind."

Wolfgang Kubicki betont, dass er aktuell keine Ambitionen auf den Vorsitz der FDP hat, auch wenn er vieles für möglich hält. Viel mehr sieht er die Aufgabe darin, neue Köpfe nach vorne zu bringen, die längerfristig als Zukunft der Partei wahrgenommen werden. Nach dem Desaster in Rheinland-Pfalz appelliert er an den Zusammenhalt der Partei und kritisiert deutlich, dass einige ehemalige Nachwuchshoffnungen das politische Feld ganz verlassen haben. Neue Entwicklungen nach Recherche: In den letzten 48 Stunden häufen sich die Diskussionen um die strategische Aufstellung der FDP nach dem Wahldebakel in Rheinland-Pfalz. Auch parteiübergreifend wird Kubickis Appell nach innerer Geschlossenheit diskutiert, da viele Politikwissenschaftler die Liberalen in einer existenziellen Krise sehen. Mehrere Medien betonen, dass die Frustration an der Basis wächst und ein Generationenwechsel dringend vorbereitet werden müsse – dabei wird besonders auf das Fehlen starker, neuer Persönlichkeiten in der Partei hingewiesen.

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