Manchmal denke ich, die Menschen nehmen die Hitze fast wie eine Art Sommerbonus wahr – als ginge es bloß um ein paar sonnige Tage mehr. Doch Lauterbach wirft hier einen ganz anderen, fast schon erschütternden Blick auf die Sache: Jahr für Jahr sterben während solcher Hitzewellen in Europa Tausende, und viele dieser Todesfälle wären eigentlich vermeidbar, sagt er. Besonders beunruhigend: Europa ist im globalen Vergleich besonders stark von der Erwärmung betroffen, fast doppelt so sehr wie viele andere Regionen – eine Information, die mir persönlich eine Gänsehaut bereitet, weil sie so wenig Hoffnung auf schnelle Besserung macht. Auch signalisiert Lauterbach, dass einige Maßnahmen bereits angestoßen wurden, aber letztlich hake es am Geld – die Kommunen stehen oft mit ziemlich leeren Händen da, wenn Investitionen in Hitzeschutz anstehen. Immerhin, so meint er, gäbe es Hoffnung auf Hilfen, nachdem Kanzler Merz Unterstützung angekündigt hat. Trotzdem: Es braucht grünere Städte, mehr Bäume, aufgebrochene Betonflächen – alles, was Hitze abpuffern könnte. Wenn der Hitzeschutzplan konsequent umgesetzt werden würde, könnten jedes Jahr Hunderte Menschenleben allein in Deutschland gerettet werden. Ein kleiner Schritt, möglicherweise, aber für die Betroffenen eine Rettungsleitung.
Lauterbachs Warnungen vor den Risiken von Hitzewellen nehmen vor dem Hintergrund aktueller Hitzerekorde zusätzliche Brisanz an. In mehreren europäischen Ländern wurden zuletzt Temperaturen über 40°C gemessen, während insbesondere ältere, kranke und sozial benachteiligte Menschen durch mangelnde Kühlung und Wasserzugang gefährdet sind. Gesundheitsämter und Klimaforscher fordern neben kurzfristigen Notfallmaßnahmen – wie öffentliche Kühlräume und Wasserausgabestellen – zunehmend umfassende Strategien in der Stadtplanung, von mehr Grünflächen bis zu konsequenter Umrüstung der Infrastruktur. Laut aktuellen Studien (u.a. RKI, IPCC) könnten bis 2050 Hitzewellen zum stärksten klimabedingten Gesundheitsrisiko in Mitteleuropa avancieren und pro Jahr weit mehr als zehntausend Todesfälle verursachen, sofern keine drastischen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Besonders Deutschland hinkt bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen hinterher, wie mehrere NGOs und der Städtebund zuletzt ebenfalls bemängelten.