Leicht gebremster Stellenabbau: Arbeitsmarkt im März im Zwielicht

Im März zeichnete sich bei deutschen Unternehmen eine kleine Entspannung beim Stellenabbau ab – doch wirklich Entwarnung gibt es vorerst nicht.

heute 07:59 Uhr | 5 mal gelesen

Endlich mal eine kurze Atempause – könnte man meinen. Laut Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut ist der Wille der Firmen, Jobs zu streichen, im März ein winziges Stück weniger ausgeprägt gewesen als noch im Februar. Das Beschäftigungsbarometer liegt jetzt bei 93,4 Punkten, nur ein Hauch über den 93,1 vom Februar. Klingt nach nicht viel, oder? Aber genau darin steckt der Knackpunkt: Eine echte Kehrtwende kann Wohlrabe beim besten Willen noch nicht erkennen, trotz dieses minimalen Anstiegs. Das beharrliche Problemfeld bleibt die Industrie, hier setzt sich der Stellenabbau, wenn auch etwas entschleunigt, weiter fort – und zwar quer durch nahezu alle Sparten. Die Dienstleister können sich immerhin einen kleinen Lichtblick gönnen, das Barometer schwingt hier leicht nach oben. Im Baugewerbe gleicht man eher dem sprichwörtlichen Esel am Zaun: große Veränderungen stehen nicht an, es bleibt ziemlich stabil. An anderer Front, dem Handel, regt sich dagegen wieder der Plan zum Personalrückgang. Die aktuelle, schwer durchschaubare weltpolitische Lage gibt weiterhin Anlass zur Sorge – bei weiteren Verschärfungen könnten die mühsam eingefangenen Hoffnungsschimmer leicht wieder verpuffen.

Vorsichtige Entwarnung? Immerhin, der Stellenabbau hat sich insgesamt ein bisschen verlangsamt, besonders merkbar war das bei den Dienstleistern. Doch der Industriesektor baut weiterhin konsequent Arbeitsplätze ab, angetrieben durch strukturelle Veränderungen und verhaltene Geschäftsaussichten. Die geopolitische Unsicherheit bleibt ein Störfaktor für Unternehmen verschiedenster Branchen – eine dauerhafte Erholung des Arbeitsmarkts scheint daher weiterhin fragil. Neuere Berichte in der Presse deuten an, dass einzelne Unternehmen trotz der leicht besseren Stimmung im März weiter Räumungen und Restrukturierungen durchführen – was teils auf sinkende Auftragslagen, teils auf den Druck zur Digitalisierung zurückgeht. Zahlreiche Stimmen fordern aktuell gezielte politische Maßnahmen und Investitionen in Wachstumsmärkte, um die Talsohle zu durchschreiten und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken. Gerade auch die anhaltenden globalen Unsicherheiten belasten die Personalplanung, sodass viele Personalabteilungen sich auf das berühmte ‚Abwarten und Tee trinken‘ eingestellt haben.

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