Ganz ehrlich: Verwaltungsdigitalisierung klingt oft nach grauer Theorie, doch in Schleswig-Holstein tut sich tatsächlich etwas Handfestes. Statt auf altbewährte, aber festgefahrene Software-Traditionen zu setzen, holt die Staatskanzlei frischen Wind ins Haus: Open Source wird zum Leitsatz. Libre Office ersetzt Microsoft Office, künftig gibt’s Linux auf dem Desktop und Fachanwendungen entstehen nicht mehr wie früher in Einzelkämpferprojekten, sondern mit Hilfe von Low-Code-Tools wie A12. Diese Plattform ermöglicht es auch Leuten ohne tiefe Programmierkenntnisse, maßgeschneiderte Prozesse im Browser zusammenzuklicken. Natürlich ist das keine triviale Aufgabe – und ein bisschen Skepsis, ob so ein Paradigmenwechsel an jeder Ecke funktioniert, bleibt. Old habits die hard, wie man so schön sagt…
Trotzdem: A12 verspricht, die magische Lücke zwischen ambitionierten Digitalisierungszielen und praktischer Umsetzbarkeit zu schließen. Mit dem zentralen Low-Code-Kompetenzzentrum soll das Know-how gleich in den Verwaltungen verankert werden – und das alles souverän in den Rechenzentren bei Dataport. So können andere Bundesländer später ebenfalls davon profitieren. Die Open-Source-Freigabe der Plattform (unter EUPL-Lizenz) ist dabei mehr als Symbolpolitik: Sourcecode, Tools und Dokumentation liegen nun offen aus wie ein buntes Legoset für Behörden. Man stellt sich fast einen Hackathon im Amtszimmer vor.
Spannend ist, dass Schleswig-Holstein und mgm technology partners damit nicht nur an sich selbst denken – am Horizont taucht die Vision einer gemeinsamen deutschen Verwaltungssoftwareplattform auf, die Innovation jederzeit bundesweit möglich macht. Angenehm bodenständig bleibt man trotz der KI-Features, die auch schon dabei sind. Im Hintergrund werkeln zahlreiche erfahrene Entwickler:innen, und doch ist Platz für die sogenannten Citizen Developer. Unterm Strich: Ein pragmatisches Experiment mit viel Potenzial, nach dem Motto: ausprobieren, lernen, teilen.
Schleswig-Holstein treibt die digitale Transformation seiner Landesverwaltung konsequent voran: Mit dem Wechsel hin zu Open-Source-Lösungen und dem Low-Code-Ansatz der A12-Plattform löst das Land über 100 (teilweise über Jahre gewachsene) Microsoft-Access-Lösungen ab und setzt bei künftigen Verwaltungsprozessen auf Eigenentwicklung und Unabhängigkeit. Besonders bemerkenswert ist die explizite Open-Source-Ausrichtung, die sowohl einen Wissens- und Softwaretransfer auf andere Verwaltungen im Bundesgebiet ermöglicht als auch die Innovationsfähigkeit im öffentlichen Sektor stärken soll; Pilotprojekte wie die Einbindung von KI und schnellen Modellierungsprozessen stehen hier sinnbildlich für das ambitionierte Ziel, eine nachhaltige, flexible und sichere IT-Landschaft zur Verfügung zu stellen. Ein kritischer Punkt aus aktuellen Medien: In Schleswig-Holstein wie auch bundesweit sind die Herausforderungen für die praktische Digitalisierung weiterhin enorm – etwa bei Fachkräftemangel, Datenstandards oder dem anhaltenden Wechselspiel zwischen föderalen IT-Insellösungen; die Dynamik im Norden könnte jedoch als Vorbild für andere Bundesländer dienen.