Es ist schon bemerkenswert, wie Parteien versuchen, junge Menschen mit Social Media-Trends zu ködern, meint Smyrek – dabei komme oft nicht viel Substanz rüber. "Sie springen auf jeden Hype auf und unterschätzen gleichzeitig, wie aufmerksam junge Leute mitdenken. Es wirkt so, als gäbe es mehr peinliche Versuche als wirklich ehrliche Ansprache." Im Podcast verrät sie ganz offen, wie sie als junge Frau das politische Gebaren wahrnimmt – nicht ohne bissigen Humor: "Wenn ich als Politiker nur Wählerinnen und Wähler über 60 hätte, würde ich mich vermutlich auch weniger um neue Formate scheren. Dass sie es trotzdem versuchen, ist fast schon überraschend."
Was sie besonders umtreibt: Nicht Weltschmerz, sondern Wut treibt sie an. "Mich schockiert weniger das Drama der Welt, viel mehr ärgere ich mich darüber, wie selbstverständlich bestimmte Missstände akzeptiert werden." Und noch ein Punkt beschäftigt sie nachhaltig: Der ständige Vergleich zwischen Frauen in der Branche. "Wir haben so sehr verinnerlicht, dass es immer nur einen Platz für eine Frau gibt – sei es als Moderatorin oder als die Witzige. Dabei wären wir viel stärker, wenn wir uns als Verbündete sehen: die andere Frau ist Kollegin, nicht Gegnerin."
Die brandneue Episode mit Marie Lina Smyrek kann man ab sofort auf ARD Sounds, gängigen Podcast-Plattformen und inzwischen auch auf YouTube anschauen.
Im aktuellen Gespräch mit Eva Schulz in 'Deutschland3000' spricht Marie Lina Smyrek offen über den manchmal absurden Social Media-Auftritt deutscher Parteien, ihre persönliche Frustration und Wut gegenüber gesellschaftlichen Missständen sowie die Herausforderungen von Frauen im Medienumfeld. Sie betont, wie wenig sie vom Konkurrenzdenken unter Frauen hält und plädiert stattdessen für Solidarität und Unterstützung. Smyreks Perspektive bietet eine erfrischend ungefilterte, kritische Sicht auf den Zustand von Politik und Medien in Deutschland. — In aktuellen Berichten etwa in der FAZ wird die zunehmende Rolle junger Formate und deren Einfluss auf politische Kommunikation beleuchtet, wobei auch auf die Herausforderungen für Medienschaffende im Umgang mit Social Media eingegangen wird (Quelle: [FAZ](https://www.faz.net)). SPIEGEL berichtet zeitgleich über Strategien deutscher Parteien, jüngere Zielgruppen zu erreichen, und thematisiert dabei Peinlichkeiten und Reichweiten-Logiken (Quelle: [Spiegel](https://www.spiegel.de)). In der taz wird parallel diskutiert, inwiefern Authentizität und Vertrauen gerade von jungen Medienschaffenden eingefordert und gestaltet werden (Quelle: [taz](https://taz.de)).