Deutschland verstärkt Sudan-Hilfe: Wadephul setzt Zeichen in Berlin

Außenminister Johann Wadephul (CDU) plant, Deutschlands Beitrag zur humanitären Unterstützung im Sudan deutlich auszubauen. Nach der Sudankonferenz in Berlin kündigte er eine substantielle Erhöhung der Hilfsmittel an.

heute 18:51 Uhr | 3 mal gelesen

Mit klaren Worten forderte Wadephul am Mittwoch, dass nicht nur Deutschland, sondern auch andere Staaten und Organisationen ihrer Verantwortung im Sudan gerecht werden sollten. "Unser Anteil wird um mehr als 230 Millionen Euro aufgestockt", so Wadephul im Anschluss an die Konferenz. Trotz schwindender internationaler Hilfsmittel signalisierten die Teilnehmenden mit Zusagen von über 1,3 Milliarden Euro ein Mindestmaß an Zusammenhalt – und doch reicht das bei Weitem nicht aus. Während sich der Hilfsbedarf Jahr für Jahr erhöht, war der UN-Plan 2025 lediglich zu einem Drittel ausgefüllt. Für das kommende Jahr rechnet man sogar mit 2,8 Milliarden Dollar Mehrbedarf. Die Lage im Sudan nimmt dramatische Ausmaße an: Hunderttausende Tote, die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt, fast jede vierte oder fünfte Person ist auf der Flucht – weiß man da als Politiker immer, wie man helfen kann? Wadephul will nicht nur Gelder zuschießen, sondern die Tragödie auch im UN-Sicherheitsrat thematisieren. Die Friedensbemühungen sollen intensiviert, eine Waffenruhe ermöglicht und der Zugang für Helfende deutlich erleichtert werden. Zahlen der Vereinten Nationen sprechen eine klare Sprache: Seit dem bewaffneten Konflikt zwischen SAF und RSF sind Millionen auf der Flucht – viele im eigenen Land, andere vor allem in Nachbarstaaten wie Tschad, Südsudan oder Ägypten. Die FAO warnt vor einer Hungerkrise historischen Ausmaßes, aktuell sind mindestens 21 Millionen Sudanesen akut gefährdet, 6,3 Millionen davon in besonders verzweifelten Lagen. Und als wäre die Not nicht genug, meldete die WHO mehr als 200 Attacken auf medizinische Einrichtungen. Besonders erschütternd: Ein UN-Report beschreibt Anzeichen eines Völkermords in Al-Faschir, wo binnen weniger Tage Tausende Menschen getötet wurden.

Die Bundesregierung erhöht die humanitäre Hilfe für den Sudan um über 230 Millionen Euro, um auf die dortige humanitäre Katastrophe zu reagieren. Die Zivilbevölkerung leidet massiv unter dem anhaltenden Konflikt zwischen SAF und RSF, der Millionen zur Flucht zwingt und zahllose Todesopfer fordert; internationale Organisationen warnen vor einer akuten Hungersnot und der Bedrohung durch gezielte Gewalt, darunter Angriffe auf Krankenhäuser und mögliche Völkermordhandlungen. In den letzten 48 Stunden berichteten zahlreiche Nachrichtenportale über die Berliner Sudan-Konferenz, internationale Hilfszusagen und die düsteren Prognosen vieler Hilfswerke, die eine Verstärkung diplomatischer sowie finanzieller Unterstützung fordern. Ergänzend ergeben Recherchen, dass neben Deutschland auch andere EU-Staaten zusätzliche Mittel zusagen, die Lage sich aber verschärft und UN-Vertreterinnen weiterhin vor einer Eskalation der Gewalt warnen, während humanitäre Helfer oft unter Lebensgefahr stehen.

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