"Die ständige Unterstützung der Konfliktparteien über finanzielle Mittel, Handel und Waffen aus Drittstaaten wie Ägypten, Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten muss konsequent unterbunden werden. Hier sind nach Meinung von Luise Amtsberg, Berichterstatterin der Grünen für Sudan, nicht nur markige Worte, sondern auch Taten gefordert: Reagieren Partnerstaaten nicht auf die Forderungen, müsse die Bundesregierung ihre bilateralen Kontakte überdenken und zum Beispiel auch Rüstungsexporte zur Disposition stellen. Berichte der UN zeigen das erschütternde Ausmaß der Krise: Seit Ausbruch der Kämpfe im April 2023 sind etwa 14 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Situation bleibt laut aktuellen Daten dramatisch: Fast 9 Millionen Vertriebene innerhalb des Landes, 4,4 Millionen Menschen suchen Schutz außerhalb der Grenze, etwa im Tschad, Südsudan und Ägypten. Die Ernährungsunsicherheit ist gravierend – über 21 Millionen Sudanesen sind betroffen, ein Drittel davon befindet sich in unmittelbarer Gefahr. Hinzu kommt der schockierende Befund der WHO zu Angriffen auf Krankenhäuser mit Tausenden Toten. Nicht zuletzt warnen humanitäre Organisationen und die Vereinten Nationen vor genozidalen Entwicklungen – besonders im Raum Al-Faschir, wo nach offiziellen Angaben innerhalb weniger Tage Tausende Zivilisten ermordet wurden. Während der Hilfsbedarf rasant wächst, bleiben die zugesagten Gelder weit dahinter zurück: Das humanitäre Hilfsprogramm für Sudan war 2025 nur zu einem Bruchteil gedeckt, für das Folgejahr werden Milliarden gebraucht, um zumindest die gröbste Not zu lindern.
Die Sudan-Konferenz in Berlin rückt das Schicksal der sudanesischen Zivilbevölkerung erneut in den Fokus. Insbesondere die Rolle von Drittstaaten, die mutmaßlich Waffen und Gelder an die Konfliktparteien liefern, wird immer stärker ins Zentrum der Kritik gerückt. Tatsächlich gibt es immer wieder Berichte, dass Waffenlieferungen über verschiedene Kanäle an die sudanesischen Kriegsparteien gelangen – oftmals mit stillschweigender Toleranz oder gar Unterstützung internationaler Akteure. Das fordert nicht nur die deutsche Außenpolitik heraus, sondern verweist auf ein strukturelles Problem weltweiter Rüstungsgeschäfte und Interessenpolitik. Flüchtlingsbewegungen, Hunger und Gewaltspiralen verschärfen sich unablässig, während die Finanzierung humanitärer Hilfe hinter dem Bedarf zurückbleibt. Nach der Berliner Konferenz wurden laut aktuellen Medien erstmals Forderungen nach Sanktionen oder politischen Konsequenzen auch gegenüber Handelspartnern wie den Emiraten oder Ägypten lauter. Die EU, die UN und zahlreiche NGOs mahnen ein geschlossenes, entschlosseneres internationales Vorgehen an. Laut aktuellen Recherchen belasten neu entdeckte Massengräber und gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur die humanitäre Lage zusätzlich. Die relevanten Akteure, darunter das Auswärtige Amt und internationale Hilfsorganisationen, stoßen angesichts der Komplexität der Konfliktverflechtung immer wieder an ihre Grenzen.