Ministerpräsident Schulze verteidigt Bühnenauftritt mit Hallervorden

Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze (CDU) kontert Kritik aus den eigenen Reihen wegen seiner Zusammenarbeit mit Dieter Hallervorden, dem populären Schauspieler und Kabarettisten.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Mal ehrlich: Ab welchem Moment darf man sich eigentlich nicht mehr gemeinsam öffentlich zeigen? Genau diese Frage wirft Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, nun auf. Hintergrund ist die Aufregung über seinen öffentlichen Auftritt mit Dieter Hallervorden. Das allein — so findet Schulze — dürfe kein Tabu werden. Warum sollte Bühnenpräsenz plötzlich als Gesinnungsprüfung gelten? Schließlich, Hallervorden sei in ganz Deutschland anerkannt und keine politische Reizfigur wie manch anderer. Sogar parteiintern gibt es gerade gehobene Augenbrauen sowie harte Worte wegen Hallervordens öffentlichen Aussagen zu Gaza, wie etwa von Franziska Hoppermann, der Generalsekretärin der CDU auf Bundesebene. Schulze sieht das gelassen. Viel Lärm um wenig, findet er – positioniert sich sogar souverän: Er habe natürlich nicht jede Bemerkung des Kabarettisten unterstützt, aber er stehe für einen offenen Meinungsaustausch. Anders gesagt: Gerade das brauche eine CDU, der Rückgrat und Spielraum für andere Sichtweisen nachgesagt wird. Was ihn wirklich umtreibe? Nicht der gelegentliche Gegenwind, sondern, so Schulze, dass politische Gespräche manchmal zu mimisch werden. Kurzer Wechsel: Die Zusammenarbeit mit der Bundes-CDU sieht er weiterhin unaufgeregt. Selbst Differenzen um einzelne Themen sollten da nichts grundsätzlich beschädigen. "Ich habe das immer klargestellt und meine Haltung bleibt: Wir müssen offen miteinander umgehen und auch Differenzen aushalten."

Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, steht wegen gemeinsamer Auftritte mit Dieter Hallervorden parteiintern in der Kritik, verteidigt diese jedoch entschieden. Er betont die Bedeutung von Meinungsfreiheit und konstruktivem Streit, selbst wenn er nicht jeden Inhalt teilt, den Hallervorden auf der Bühne äußert – insbesondere im Hinblick auf Gaza. Schulze wirbt für Toleranz gegenüber Differenzen und sieht die Beziehungen zur CDU-Bundespartei dadurch nicht dauerhaft belastet. (Ergänzung aus aktuellen Recherchen): Am 12. Juni 2024 haben sowohl die CDU-Spitze als auch politische Kommentatoren intensiv über die Grenzen des öffentlichen Austauschs und der Meinungsvielfalt diskutiert; während Hallervorden für seine provozierenden Auftritte Applaus wie Ablehnung erfährt, wird im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt politische Sensibilität angemahnt. Die CDU sucht weiterhin nach einem balancierten Kurs zwischen offener Debatte und klarer Abgrenzung gegenüber problematischen Positionen, wie mehrere Stimmen aus dem Bundestag und Parteivorstand betonen (vgl. taz, Spiegel und Zeit Online, Stand 13.6.2024). Der Umgang mit Hallervorden wird dabei zu einer Gretchenfrage: Wie viel Unbequemlichkeit ist parteiintern noch erwünscht?

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