Man fragt sich schon: Wie kann eine sogenannte Niedrigwasserkonferenz über Lösungen diskutieren, ohne jemanden vom BUND oder ähnlichen Umweltorganisationen am Tisch? Laut Olaf Bandt sieht die Bundesregierung offenbar nur den Profit oder die logistischen Herausforderungen, die niedrige Pegelstände verursachen, dabei wäre das eigentliche Problem viel weitreichender. Das Wasser fehlt nicht nur den Schiffen, sondern vor allem den Böden, den Wäldern, den Landwirten und letzten Endes uns allen. "Wir pumpen unsere Flächen leer und wundern uns, wenn ganze Flusslandschaften nach ein paar trockenen Sommern in ein ökologisches Nadelöhr geraten", stellt er fest. Für Bandt müsste Deutschland längst grundlegend umdenken: Weniger Wasserentnahme, mehr Feuchtgebiete und Flächen, die Wasser speichern können – das wären aus seiner Sicht keine romantischen Ideen, sondern handfeste Anpassungen an die Klimakrise. Und: Die Nationalen Wasserstrategie gibt das ja schon ganz klar vor, aber es fehlt an Umsetzung. Es hilft wenig, wenn Flüsse weiter und weiter vertieft werden, damit noch größere Schiffe durchkommen können. Die Binnenschifffahrt sollte sich lieber anpassen und nicht umgekehrt. Gerade mit Blick auf den Rhein, bei dem Trockenperioden ja keine Ausnahme mehr sind, ist es keine weit hergeholte Forderung, das Schienen- und Lagernetz auszubauen. Denn Lieferstopps durch Niedrigwasser werden sonst zum Dauerproblem.
Der BUND kritisiert scharf, dass Umweltverbände bei der Niedrigwasserkonferenz nicht beteiligt wurden und sieht den Fokus der Bundesregierung zu einseitig auf wirtschaftliche Aspekte gerichtet. Bandt fordert, Flüsse unter Naturgesichtspunkten resilienter zu machen, indem Wasser stärker in der Landschaft gehalten, Wasserentnahme beschränkt und intakte Flussökosysteme erhalten werden. Ergänzend zu diesen Forderungen berichten neuere Recherchen, dass jüngste Trockenperioden bereits zu global bemerkbaren Engpässen in der Frachtschifffahrt geführt haben – insbesondere am Rhein, wo die Transporte empfindlich gestört wurden und zahlreiche Industrieunternehmen dadurch Produktionsengpässe hinnehmen mussten. Laut aktuellen Berichten aus FAZ und Spiegel sorgen extreme Wetterereignisse, wie jüngst im Sommer 2024, nicht nur für wirtschaftliche Verwerfungen, sondern verstärken auch den öffentlichen Druck, die Nationale Wasserstrategie konsequenter umzusetzen. Experten weisen zudem auf einen deutlichen Nachholbedarf beim Netzausbau für Bahn- und Gütertransporte hin, um Lieferengpässe abzufedern und Deutschlands Infrastruktur widerstandsfähiger gegenüber Klimaveränderungen zu machen.