Adenauer-Stiftung: Kürzungen bei Globaler Gesundheit gefährden Deutschlands Interessen

Die Konrad-Adenauer-Stiftung mahnt eindringlich: Weniger Geld für die internationale Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich könnte fatale Konsequenzen gerade auch für Deutschland selbst bedeuten.

heute 05:02 Uhr | 4 mal gelesen

Global agieren bedeutet auch global denken – und genau das fordert die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in ihrer aktuellen Analyse. Multilaterale Kooperation, berechenbare Partner und widerstandsfähige internationale Strukturen seien für Deutschland kein abstraktes Ideal, sondern knallharte Notwendigkeit, wie Annegret Kramp-Karrenbauer und Hermann Gröhe im Begleittext zur Studie betonen. Die Autor:innen nehmen kein Blatt vor den Mund: Die weltweite Gesundheitsarchitektur steht massiv unter Druck – auch bedingt durch das bröckelnde Engagement der USA nach dem Abschied von wichtigen Institutionen wie der WHO. Und Deutschland? Zieht, so scheint es, nach, zumindest was das Budget betrifft. Laut Zahlen der KAS ging die Unterstützung für globale Gesundheitsthemen von 4,5 Milliarden Euro (2021) auf rund 2,5 Milliarden (2024) zurück – ein drastischer Einbruch. Das ist mehr als ein Zahlenspiel: Die Studie, federführend vom Charité Center for Global Health erarbeitet, kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland von jeder Investition in die globale Gesundheitsförderung konkret profitiert: Durch die Rettung von Menschenleben, durch widerstandsfähigere Gesundheitssysteme – und auch durch Schutz vor importierten Risiken, wie sie etwa in der Pandemie so schmerzhaft sichtbar wurden. Die Autoren machen deutlich: Wer hier spart, riskiert, dass neue Krankheiten, alte Ungleichheiten und schwächelnde Strukturen direkt nach Deutschland zurückwirken. Ein Aspekt, der selten diskutiert wird: Investitionen in globale Gesundheit ermöglicht deutschen Unternehmen Zugang zu neuen Märkten und hält die heimische Forschung konkurrenzfähig auf internationalem Parkett. In einer vernetzten Welt reicht eine pragmatische Abschottung schlicht nicht aus – und das sagen Kramp-Karrenbauer und Gröhe sehr deutlich. Die nüchterne Forderung an die Politik: Hände weg vom Rotstift, vor allem wenn es um die Zukunftssicherheit und das internationale Standing Deutschlands geht.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung warnt im Rahmen einer neuen Studie, dass Kürzungen bei Deutschlands Engagement in der globalen Gesundheit nicht nur internationale Solidarität schwächen, sondern auch handfeste Nachteile für Deutschland mit sich bringen könnten. So werden nicht nur wirtschaftliche Chancen und wissenschaftliche Anschlussfähigkeit verspielt, sondern auch die Resilienz gegenüber globalen Gesundheitsgefahren gefährdet. Neuere Recherchen zeigen zudem, dass die anhaltende Haushaltsdebatte in Berlin zusätzlichen Druck auf die Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit ausübt; Experten fordern bereits eine Rückbesinnung auf die Verantwortung Deutschlands als Industrieland. Die Global Health Alliance und andere zivilgesellschaftliche Gruppen bringen aktuell weitere Argumente in die Diskussion, etwa die Bedeutung der Armutsbekämpfung für den internationalen Frieden sowie die Rolle Deutschlands bei globalen Impfkampagnen. In den jüngsten Artikeln großer deutscher Medien wird betont, dass gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten der Fokus auf starke Gesundheitssysteme auch ein Akt präventiver Sicherheitspolitik ist. Nicht zuletzt verdeutlichen Pandemien wie COVID-19, wie eng das Wohlergehen weltweit und in Deutschland miteinander verwoben sind.

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