IG Metall übt deutliche Kritik an Strompreis-Vorhersage von Wirtschaftsministerin Reiche

Die IG Metall hält die jüngsten Aussagen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) über die Entwicklung der Strompreise für höchst problematisch und warnt vor gravierenden Folgen für die Industrie.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

„Sollte es tatsächlich so kommen, dass die Strompreise erst in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre langsam wieder nachgeben, läuft momentan etwas bedenklich falsch“, moniert Jürgen Kerner, stellvertretender Vorsitzender der IG Metall, gegenüber der Rheinischen Post. Der Gewerkschafter wird noch deutlicher: „Das hieße im Klartext, Zehntausende qualifizierte Arbeitsplätze gehen verloren, und Betriebe – vielfach jahrzehntelang am Standort verwurzelt – könnten reihenweise dichtmachen. Das untergräbt den Ruf Deutschlands als Industrieland nachhaltig.“ Kerner zeigt sich zudem verwundert darüber, mit welcher Ruhe Ministerin Reiche diese Entwicklung prognostiziere, obwohl sie als Wirtschaftsministerin in der Verantwortung stehe. Aus Sicht der IG Metall braucht die Industrie dringend einen konstant niedrigen Strompreis – konkret fordert sie fünf Cent pro Kilowattstunde und das ohne weiteres Zögern. Die aktuelle Form des Industriestrompreises sei für die Unternehmen zahnlos und gehe weit vorbei an dem, was tatsächlich nötig wäre. IG Metall fordert die Ministerin zum schnellen Nachsteuern auf, um drohende Industrieverluste zu verhindern.

Die IG Metall setzt klare Zeichen gegen die zurückhaltende Prognose zum Strompreis von Wirtschaftsministerin Reiche – und sieht eine massive Gefährdung des Produktionsstandortes Deutschland, sollten die Stromkosten nicht viel schneller und entschieden gesenkt werden. Gewerkschaftsvertreter betonen, dass ohne einen raschen Industriestrompreis von maximal fünf Cent pro Kilowattstunde große Teile der energieintensiven Industrie nicht konkurrenzfähig bleiben und Arbeitsplatzverluste unvermeidlich seien. Neuere Entwicklungen thematisieren auch Bestrebungen der Bundesregierung, Strompreise durch Ausbau erneuerbarer Energien sowie gezielte Entlastungen für Unternehmen abzufedern. Besonders in energieintensiven Branchen wird derzeit mit viel Unruhe auf kurzfristige Strompreisänderungen geschaut, während Wirtschaftsverbände pragmatische Lösungen einfordern. In der politischen Debatte rückt zudem die Frage nach dem „Brückenstrompreis“ für die Industrie und den möglichen Folgen für Mittelstand und Verbraucher in den Fokus.

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