Sozialverband Deutschland: Freiwilliges Engagement statt verpflichtendem Zivildienst stärken

Anstatt über einen Zivildienst nachzudenken, plädiert der SoVD dafür, das Ehrenamt und freiwillige Dienste stärker zu unterstützen. Michaela Engelmeier, Chefin des Verbands, betont gegenüber der Funke-Mediengruppe: „Freiwilligkeit und nachhaltige Förderung von Bundesfreiwilligendienst und FSJ sind wichtiger als Zwang.“

heute 12:13 Uhr | 5 mal gelesen

Engelmeier sieht große Chancen darin, dass junge Leute durch Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr echte Erfahrungen mit gesellschaftlicher Verantwortung sammeln und vielleicht sogar eine Leidenschaft für soziale Berufe entwickeln. Dass der Bund die Mittel für diese Programme in der Vergangenheit gekürzt hat, sogar deren Abschaffung im Raum stand – das hält sie für kontraproduktiv. Nun werden laut Regierung Pläne für einen neuen verpflichtenden Zivildienst geschmiedet, falls die Wehrpflicht zurückkommen sollte. Engelmeier hält dagegen: Niemand sollte zu Wehr- oder Zivildienst gezwungen werden. Nicht zuletzt wird, so ihre Sorge, die persönliche Lebensplanung junger Menschen durch so einen Eingriff stark beeinträchtigt, vor allem wenn das später ihre soziale Absicherung oder Altersvorsorge gefährdet. Außerdem warnt sie davor, dass ein Zwangsdienst auch als billige Arbeitskräfte-Reserve missbraucht werden könnte – um massive Personallücken zu stopfen, anstatt echte Arbeitsplätze zu schaffen. Junge Leute dürfen nicht als Notlösung für staatliche Versäumnisse herhalten müssen.

Der SoVD widersetzt sich aktuellen politischen Überlegungen, einen verpflichtenden Zivildienst wiedereinzuführen, und fordert stattdessen eine konsequente Unterstützung des freiwilligen Engagements. Dabei stellt der Verband klar, dass der Bundesfreiwilligendienst und das Freiwillige Soziale Jahr ausgebaut statt gekürzt werden sollten – gerade weil sie nicht nur dem Nachwuchs, sondern auch der Gesellschaft insgesamt zugutekommen. Neueste Recherchen zeigen, dass ähnliche Bedenken auch bei anderen Sozialverbänden sowie in Teilen der Opposition laut werden, während in der Ampel-Koalition die Diskussion um Finanzierung und Ausgestaltung des Zivildiensts auf Hochtouren läuft. Bislang gibt es keine abschließende Entscheidung, doch angesichts des Fachkräftemangels in sozialen Berufen wird das Thema immer wieder aufgeworfen. Verschiedene Jugendverbände mahnen ebenfalls zur Vorsicht und fordern echte Anerkennung und attraktive Rahmenbedingungen für freiwillige Dienste.

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