Linke warnt vor staatlichem Zwang: Zivildienst-Pläne stoßen auf Widerstand

Ines Schwerdtner von der Linken wendet sich entschieden gegen die Vorbereitungen der Bundesregierung für einen neuen Zivildienst. Sie wirft der Regierung vor, Jugendliche als Notlösung für die Versäumnisse im Sozialstaat heranzuziehen.

heute 11:51 Uhr | 4 mal gelesen

Ein verpflichtender Zivildienst – mehr als Altlast? Schwerdtner bringt auf den Punkt, was viele befürchten: Junge Menschen könnten erzwungen werden, billig Lücken zu füllen, die seit Jahren durch Sparmaßnahmen entstanden sind. Sie betont, dass in systemrelevanten Berufen wie Pflege, Rettung oder sozialen Diensten vor allem fair bezahlte Fachkräfte benötigt werden – keine kurzfristig verpflichteten Schulabgänger. Dass die Ampel-Regierung nun auf eine Wiedereinführung vorbereitet, wertet sie als signalhaften Rückschritt. "Lasst junge Menschen selbst entscheiden, was sie mit einem Jahr ihres Lebens anfangen", fordert sie. Ob Wehrpflicht oder Zivildienst – Zwang bleibt Zwang, Argumente hin oder her. Ihre Alternative: Freiwilligendienste stärken, und zwar richtig. Ihr Vorschlag: gesetzlich abgesicherter Zugang für alle, existenzsichernde Vergütung und freier Nahverkehr für die Engagierten. Am Ende, so Schwerdtner, sei gesellschaftlicher Zusammenhalt immer überzeugender, wenn er freiwillig entstehe und nicht per Paragraf.

Die Bundesregierung hält es laut eigener Angaben für notwendig, auf einen möglichen neuen Zivildienst vorbereitet zu sein – vor allem, falls auch die Wehrpflicht zurückkehrt. Die Linken-Vorsitzende Schwerdtner kritisiert das heftig: Sie sieht darin ein Ablenkungsmanöver von Personalengpässen, die über Jahre durch Sparpolitik verursacht wurden. Ihre Kernforderung: Es braucht überzeugende, freiwillige Angebote für Jugendengagement, die wirklich attraktiv sind – und keinen staatlichen Zwang oder Ersatz für professionelle soziale Arbeit. Weitere Infos aus aktuellen Quellen: Schon seit Wochen wird die Debatte um einen verpflichtenden Gesellschaftsdienst intensiver geführt; Bundespräsident Steinmeier hatte die Diskussion vorangetrieben. Laut Medienberichten verweist die Bundesregierung auch darauf, dass die Sicherheitspolitik neue Denkmodelle fordere – etwa durch die veränderte Bedrohungslage in Europa. In sozialen Netzwerken und Kommentarspalten ist die Ablehnung einer Pflicht nach wie vor groß – viele fürchten, dass es tatsächlich um billige Arbeitskraft statt um echten Zusammenhalt geht.

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