Die Zahl der Menschen, die in Deutschland im Juli erstmals Asyl beantragten, ist laut aktuellen Zahlen des Bundesinnenministeriums massiv gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr handelt es sich beinahe um eine Halbierung, was politisch als Erfolg im Kampf gegen irreguläre Migration gewertet wird. Allerdings machen Expertinnen und Experten auch auf andere Faktoren aufmerksam: geeinte europäische Grenzmaßnahmen, Abkommen mit Herkunftsländern sowie sich verändernde Migrationswege spielen ebenfalls eine Rolle – laut Analysen der taz und der Zeit beeinflussen diese Aspekte die Asylstatistik maßgeblich. Hinzu kommt, dass internationale Krisen (wie aktuell in einigen afrikanischen und nahöstlichen Staaten) momentan weniger Menschen direkt auf die Route nach Deutschland treiben – die klassischen Fluchtwege verschieben sich oder werden gefährlicher, berichten etwa DW und FAZ. Einige Stimmen kritisieren zudem, dass eine sinkende Asylbewerber-Zahl nicht automatisch integrative oder humanitäre Herausforderungen löst; stattdessen könnten neue politische Baustellen entstehen, etwa beim Thema Abschiebungen und Bleiberecht.