Deutlich weniger Asylanträge im Juli – Trend zeigt nach unten

In Deutschland sinkt die Zahl der Asylbewerber weiterhin spürbar. Im aktuellen Juli wurden bemerkenswert wenige neue Anträge gestellt – ein fast historischer Einbruch.

heute 11:51 Uhr | 4 mal gelesen

Wer hätte das vor einem Jahr gedacht? Im Juli dieses Jahres sind nur noch 4.311 Menschen in Deutschland mit einem Erstantrag auf Asyl vorstellig geworden. Damit wurde die ohnehin schon niedrige Zahl aus dem Juli des vergangenen Jahres – damals 8.293 – noch einmal spürbar unterschritten. Umso drastischer wird das, wenn man bedenkt, dass ein weiteres Jahr zuvor über 18.000 Erstanträge gezählt wurden. Die Bundesregierung, genauer gesagt Innenminister Dobrindt von der CSU, zeigt sich ob dieser Entwicklung zufrieden. Was das konkret bedeutet? Laut Dobrindt wird die „illegale Migration“ konsequent bekämpft – hier klingt ein Hauch von Polit-Marketing durch. Ob diese Statistik aber allein auf politische Maßnahmen zurückzuführen ist, oder vielleicht auch auf die veränderte weltpolitische Situation, bleibt offen. Man ahnt: Die Wirklichkeit ist selten so schwarz-weiß, wie Zahlen sie aussehen lassen.

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland im Juli erstmals Asyl beantragten, ist laut aktuellen Zahlen des Bundesinnenministeriums massiv gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr handelt es sich beinahe um eine Halbierung, was politisch als Erfolg im Kampf gegen irreguläre Migration gewertet wird. Allerdings machen Expertinnen und Experten auch auf andere Faktoren aufmerksam: geeinte europäische Grenzmaßnahmen, Abkommen mit Herkunftsländern sowie sich verändernde Migrationswege spielen ebenfalls eine Rolle – laut Analysen der taz und der Zeit beeinflussen diese Aspekte die Asylstatistik maßgeblich. Hinzu kommt, dass internationale Krisen (wie aktuell in einigen afrikanischen und nahöstlichen Staaten) momentan weniger Menschen direkt auf die Route nach Deutschland treiben – die klassischen Fluchtwege verschieben sich oder werden gefährlicher, berichten etwa DW und FAZ. Einige Stimmen kritisieren zudem, dass eine sinkende Asylbewerber-Zahl nicht automatisch integrative oder humanitäre Herausforderungen löst; stattdessen könnten neue politische Baustellen entstehen, etwa beim Thema Abschiebungen und Bleiberecht.

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