Manchmal frage ich mich schon, ob die politische Diskussion in Deutschland absichtlich an der Realität vorbeitanzt. Ricarda Lang, die Grünen-Co-Vorsitzende, nimmt jedenfalls kein Blatt vor den Mund: Statt den Schutz der Menschen angesichts brütender Hitze ernst zu nehmen, stürzt sich Friedrich Merz lieber in ideologische Grabenkämpfe – Wärmepumpe gegen Tradition, als wäre das ein Wettrennen, bei dem die Bevölkerung am Rand steht und schwitzt. Gleichzeitig bekommen selbst Hitzerekorde oder Unwetter nicht genug Gewicht, um ein echtes Umdenken auszulösen. In Richtung CDU wirft Lang Wirtschaftsministerin Katharina Reiche vor, Deutschland wissentlich zurück an Öl und Gas zu fesseln, statt sich – mit Hilfe erneuerbarer Energien – endlich unabhängiger und wetterfest zu machen. Eine kleine Spitze: Warum musste der Verkehrsminister eigentlich den Hut nehmen, Reiche aber darf bleiben? Auch Katharina Schulze, das grüne Urgestein aus Bayern, sieht die Schwächsten im Land besonders gefährdet. Sie fordert: Kitas, Pflegeheime und Kliniken brauchen besseres Equipment – Klimaanlagen, Wärmewesten, mobile Schattenspender, nicht nur ein nettes Trinkangebot in der Ecke. Ihr Vorschlag: Für gefährdete Gruppen die Kühlung gleich per Rezept. Und – so unpopulär es klingt – der Zugang zu Hitzeschutz darf nicht zur Budgetfrage werden. Schulze plädiert für eine pragmatische, saubere Lösung: Klimaanlagen mit Solarbetrieb, zukunftsfähige Bauweisen. Sie ist überzeugt: Klimaschutz und Anpassung gehören zusammen. Klingt vernünftig, aber ehrlich – ob die bisherigen politischen Reflexe ausreichen, wage ich zu bezweifeln.
Im Kern geht es um die Forderung der Grünen, den Hitzeschutz in Deutschland entschlossener anzugehen – aus Sorge vor den gesundheitlichen Folgen für Alte, Kinder, Schwangere und Kranke. Ricarda Lang nutzt die aktuelle Hitzewelle, um Kritik an der Bundesregierung, insbesondere an der CDU und Wirtschaftsministerin Reiche, zu üben und mahnt die Notwendigkeit eines konsequenteren Umstiegs auf erneuerbare Energien an. Schulze wirbt für technische und soziale Maßnahmen wie Solarkühlen, flächendeckende Klimaanpassung und Gleichberechtigung beim Hitzeschutz; sie betont auch, dass viele Städte aufgrund des Klimawandels gezwungen sind, Notfallpläne zu überarbeiten – jüngst etwa kündigte Berlin an, neue Trinkwasserstellen zu schaffen und Arbeitszeiten für Bauarbeiter zu begrenzen. Darüber hinaus diskutieren Medien und Fachleute rund um das Thema, wie der ökologische Umbau im Gebäudesektor schneller vorangehen und wie Finanzierungshürden für die Kommunen, vor allem bei der Hitze-Anpassung öffentlicher Räume und Infrastruktur, überwunden werden könnten.