Die geplante Fusion der drei Institute unter der Leitung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft muss als struktureller Kraftakt verstanden werden – zeitlich und personell. Ziel ist, Fragmentierung zu vermeiden und einen wissenschaftlich fundierten, unabhängigen und gebündelten Verbraucherschutz samt Ernährungssicherung und Risikokommunikation anzubieten. Nach jetzigem Stand laufen derzeit Gespräche rund um Standortfragen, Personal und die konkrete Aufgabenverteilung: Die einzelnen Referenzlaboratorien und Kompetenzzentren sollen nach und nach integriert werden, um Synergien bei der Lebensmittelsicherheit, Risikobewertung und Ernährungsforschung voll auszuschöpfen. Laut neuer Informationen wird dabei auch der Standort Berlin von besonderer strategischer Bedeutung sein, da sowohl das BfR als auch das BZfE hier angesiedelt werden könnten; zudem soll ein wissenschaftlicher Beirat die Unabhängigkeit der Forschung in Zukunft transparent überwachen. Aus Sicht von Branchenbeobachtern ist außerdem denkbar, dass die Neuordnung auch Einfluss auf Preisgestaltung und Standardisierung von Lebensmitteln am deutschen Markt haben wird.