Zusammenlegung dreier Forschungsinstitute unter dem Dach des Landwirtschaftsministeriums beschlossen

Künftig werden das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Max-Rubner-Institut (MRI) und das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zu einem neuen Bundesinstitut für Risikobewertung und Ernährung zusammengefasst. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) informierte am Dienstag darüber.

heute 14:00 Uhr | 2 mal gelesen

Mal ehrlich: Wer blickt da eigentlich noch durch bei all den Behörden und Instituten rund ums Essen und dessen Sicherheit? Diese Unübersichtlichkeit ist wohl auch der Politik ein Dorn im Auge, und deshalb werden – kein kleines Ding! – die drei Institute BfR, MRI und BZfE nun zusammengelegt. Es geht darum, Kompetenzen zu konzentrieren und Reibungspunkte zu mindern: Von Forschung über Beratung bis zur Kommunikation soll alles künftig unter einem Dach laufen, damit der Verbraucherschutz effizienter, schlüssiger und eben auch unabhängiger wird. Gerade die Verbindung von Lebensmittelsicherheit, Qualität und Ernährung birgt Potenzial, komplexe Probleme wie Ernährungsarmut oder neue Lebensmittelskandale schneller und umfassender zu adressieren. Kurios übrigens, dass dieser bürokratische Umbruch vergleichsweise lange dauert: 2029 ist Startschuss für das neue Institut, und schon ab 2028 werden zentrale Aufgabenbereiche stufenweise zusammengelegt. Bleibt die spannende Frage, wie viel tatsächliche Unabhängigkeit zwischen Wissenschaft und Ministerium am Ende übrig bleibt – aber das ist wahrscheinlich Stoff für die nächste Debatte.

Die geplante Fusion der drei Institute unter der Leitung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft muss als struktureller Kraftakt verstanden werden – zeitlich und personell. Ziel ist, Fragmentierung zu vermeiden und einen wissenschaftlich fundierten, unabhängigen und gebündelten Verbraucherschutz samt Ernährungssicherung und Risikokommunikation anzubieten. Nach jetzigem Stand laufen derzeit Gespräche rund um Standortfragen, Personal und die konkrete Aufgabenverteilung: Die einzelnen Referenzlaboratorien und Kompetenzzentren sollen nach und nach integriert werden, um Synergien bei der Lebensmittelsicherheit, Risikobewertung und Ernährungsforschung voll auszuschöpfen. Laut neuer Informationen wird dabei auch der Standort Berlin von besonderer strategischer Bedeutung sein, da sowohl das BfR als auch das BZfE hier angesiedelt werden könnten; zudem soll ein wissenschaftlicher Beirat die Unabhängigkeit der Forschung in Zukunft transparent überwachen. Aus Sicht von Branchenbeobachtern ist außerdem denkbar, dass die Neuordnung auch Einfluss auf Preisgestaltung und Standardisierung von Lebensmitteln am deutschen Markt haben wird.

Schlagwort aus diesem Artikel