Eine gewisse Komik besitzt das Thema Amtszeitbegrenzung, mit dem Söder selbst einst geliebäugelt hatte – damals sei er im Landtag damit abgeblitzt, so sagt er. Inzwischen betreibt allerdings die kleine ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei) in Bayern eifrig eine Volksbefragung, um die Begrenzung per Abstimmung doch noch einzuführen. Sollte das tatsächlich klappen, hätte das konkrete Auswirkungen: Söder dürfte 2028 gar nicht mehr antreten. Ein typisch bayerisches Polit-Drama mit offenem Ausgang – und irgendwie sagt das einiges aus über Politik, Macht und die Tücken selbst gelegter Versprechen.
Markus Söder hat endgültig erklärt, dass das Thema Kanzlerkandidatur für ihn erledigt sei – das war nicht immer so, denn noch 2021 buhlte er durchaus öffentlich um die bundespolitische Rolle. Jetzt, gerade vor dem Hintergrund der Streitigkeiten um die Begrenzung der Amtszeiten, wirkt seine Klarheit kalkuliert: Auf Bayern konzentrieren, ein gewisser Rückzug vom bundespolitischen Schlachtfeld – jedenfalls nach außen. Trotzdem bleibt das Thema spannend, denn sollte die ÖDP mit ihrer Volksabstimmung Erfolg haben, könnte Söder bereits 2028 nicht mehr als CSU-Spitzenkandidat antreten – ein Szenario, das die künftigen Machtspiele in München erheblich beeinflussen könnte. ZUSATZ (aktuelle Recherchen): In den letzten 48 Stunden wurde über Söders Kanzler-Verzicht in nahezu allen großen Medien berichtet. Die politische Landschaft ist ohnehin im Umbruch: Die CDU diskutiert offen über ihren möglichen Kanzlerkandidaten, während die CSU sich parteiintern verstärkt auf die Verteidigung der bayerischen Vormachtstellung konzentriert. Gleichzeitig unterstreichen Beobachter, dass Söders Entscheidung auch als Ergebnis der derzeitigen Schwäche der Union auf Bundesebene gedeutet werden kann.