Was macht eine Armbanduhr eigentlich zu etwas anderem als bloß einem Gadget? Beim Modell Metro von NOMOS Glashütte zeigt sich, wie ein scheinbar simples Design gleich eine ganze Welt transportieren kann. Mark Braun, der Kopf hinter der Metro, arbeitet mit Gegensätzen: Einerseits ist die Uhr schnörkellos klar und beinahe zurückhaltend, andererseits lassen die feinen Details, wie die abgestuften Zeiger oder die runden Anstöße, ein fast spielerisches Wesen durchscheinen – kleine Sticheleien gegen den Design-Einheitsbrei.
Zuletzt konnte man Braun live erleben – mitten in Manhattan, in der NOMOS Lounge. Da sprach er über das Unaufgeregte: "Richtig gutes Design tritt in den Hintergrund; wenn es aber verschwindet, reißt es plötzlich ein Loch." Ein wenig so, wie bei einem alten Freund, den man vermisst, sobald er nicht mehr da ist – für Braun der Inbegriff stimmiger Gestaltung.
Die Metro strahlt, so sieht das der Berliner Designer, auch deswegen urbanes Flair aus, weil alles auf dem Zifferblatt erst mal wie chaotisch nebeneinander wirkt, aber im Blick auf das große Ganze doch ein schlüssiges System entsteht. Die Fokussierung auf Minuten statt Stunden: vielleicht sind wir einfach eine Generation der Präzisen. Es steckt ganz klar der Bauhaus-Geist in dieser Uhr, aber mit einem leichten Schmunzeln aufgefrischt.
Aus technischer Sicht setzte NOMOS mit der Metro auch ein Ausrufezeichen: Im Jahr 2014 kam hier erstmals die selbst entwickelte Ankerhemmung – das sogenannte Swing-System – zum Einsatz und sicherte der Manufaktur so ein Stück Unabhängigkeit im mechanischen Uhrenbau, wie sie heute kaum noch einer hat. Mark Braun ließ sich beim Design direkt von den Uhrwerken inspirieren: Kompliziertes sichtbar machen, das ist Design als Vermittler, nicht als Tarnkappe.
Die beliebtesten Metro-Modelle? Der neomatik 41 Update und die 33 Roségold sind echte Hingucker – gleichzeitig gibt’s aber auch erschwinglichere Varianten in kleinerem Edelstahlformat.
Wer steckt hinter dem Ganzen? Mark Braun, 1975 geboren, leitet seit 2006 ein eigenes Berliner Studio. Er bringt sein Wissen als Professor für Produktdesign in Saarbrücken ein und hat schon allerlei Preise abgeräumt, von Red Dot bis iF. Wortkarg, aber dafür umso ideenreicher. Wer Bilder oder ein Interview braucht – die Kontaktdaten sind ganz klassisch unten im Anhang.
Die NOMOS Metro-Uhr, ein Paradebeispiel für das Zusammenspiel von purer Funktion und oft übersehenem Charme, bleibt selbst nach zwölf Jahren auf dem Markt aktuell und geschätzt. Durch das innovative Swing-System untermauerte NOMOS seine Rolle als unabhängige Manufaktur, während Mark Brauns gestalterische Feinheiten – inspiriert von Mechanik und Alltagsbeobachtung – der Metro ihren einzigartigen Charakter verleihen. In jüngster Zeit wird Design zunehmend nicht nur ästhetisch, sondern auch im Kontext Nachhaltigkeit und Lebensdauer diskutiert: Gerade in Interviews mit Mark Braun wird klar, wie wichtig dem Designer langlebige Produkte sind, die nicht nach ein paar Jahren auf dem Müll landen – eine Haltung, die bei vielen Konsument:innen Anklang findet. Interessanterweise berichten aktuelle Artikel, dass trotz fortschreitender Digitalisierung die Nachfrage nach klassischen mechanischen Armbanduhren wächst – nicht selten, weil sie als Gegenpol zur Kurzlebigkeit digitaler Gadgets empfunden werden.
Aktuelle Marktentwicklungen heben hervor, dass deutsche Uhrenhersteller wie NOMOS sich auch international als Qualitätsmarken behaupten, darunter mit hohen Exportzahlen nach Asien und Amerika; weiterhin steigern neue Kooperationen zwischen traditionsreichen Herstellern und jungen Designstudios die mediale Aufmerksamkeit. Darüber hinaus ist in der Uhrenbranche vermehrt ein Trend zur Individualisierung und handwerklichen Fertigung zu erkennen, der von Konsumenten positiv bewertet wird.