Wer derzeit in die Schlagzeilen schaut, spürt das Unbehagen: Ein andauernder Konflikt zwischen den USA und Iran macht auch vor den Grenzen Europas nicht Halt. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat das laut gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe inzwischen offen ausgesprochen. Laut Miersch sei nicht bloß mit steigenden Kraftstoffpreisen zu rechnen – was an Tankstellen schon viele ausbaden mussten –, sondern auch mit Beeinträchtigungen ganzer Lieferketten. 'Was, wenn plötzlich Helium, das für viele Technologien gebraucht wird, knapp wird?', fragt Miersch fast schon ratlos. Solch ein Szenario sei keineswegs so abwegig wie es auf den ersten Blick scheint. Es ist, als würde ein feines Uhrwerk Sand zwischen die Zahnräder bekommen.
Sollte sich die Lage zuspitzen, sieht Miersch den Staat in der Pflicht: Staatliche Hilfen für Industrien und Verbraucher könnten dann erneut zur Debatte stehen. Kurzarbeitergeld habe sich bisher bewährt, betont Miersch und nimmt Rückblick auf Krisenzeiten. Die aktuelle Verlängerung bis Ende 2026 ist nur ein Baustein, meint er. Etwas nachdenklich lässt er die Möglichkeit im Raum stehen, ob vielleicht sogar Preisdeckel für Sprit – etwa nach luxemburgischem Vorbild – eingeführt werden müssten, wenn sich die Märkte weiter aufheizen. Trotzdem, so Miersch, solle man nicht vorschnell in Panik geraten. Wirtschaftliche Weitsicht sei gefragt, aber keine Übertreibung – schließlich verzeichne Deutschland aktuell Wachstum, auch wenn dunkle Wolken am Horizont nicht zu leugnen seien.
Miersch schlägt Alarm angesichts der Einflussmöglichkeiten geopolitischer Krisen auf die deutsche Wirtschaft, besonders weil Abhängigkeiten bei Rohstoffen wie Helium oder durch Handelswege wie die Straße von Hormus erkannt werden. Er fordert, dass staatliche Unterstützungsmöglichkeiten – etwa verlängertes Kurzarbeitergeld oder Preisdeckel wie in Luxemburg – im Notfall kein Tabu sein dürfen, bleibt aber vage hinsichtlich der Finanzierung solcher Maßnahmen. Die politische Debatte dreht sich zunehmend darum, zwischen Vernunft und Vorsorge zu balancieren, ohne unnötig Panik zu schüren – eine Gratwanderung, die in Zeiten zunehmender Unsicherheit besonders herausfordernd ist.
Neueste Hintergrundrecherchen zeigen, dass die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts weit über direkte Handelshemmnisse hinausreichen könnten. Laut aktuellen Einschätzungen deutscher Wirtschaftsinstitute besteht die Sorge, dass insbesondere die Automobil- und Chemieindustrie Lieferprobleme bekommen könnten, da Rohstoffe knapp werden und Europa geopolitische Risiken stark zu spüren bekommt. Zudem warnt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag davor, dass Unsicherheit weltweit das Investitionsklima dämpft und die fragile wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie wieder gefährdet werden könnte.