Ilse Aigner hat als Präsidentin des Bayerischen Landtags über Parteigrenzen hinweg einen ansehnlichen Ruf erworben – das findet jedenfalls nicht nur ihr eigenes Lager. Ungewöhnlich offen äußern sich jetzt auch SPD-Politiker wie Sebastian Roloff: "Sie steht für ein verbindendes und zugleich verbindliches Auftreten – ideale Eigenschaften für das Amt der Bundespräsidentin." Markus Rinderspacher, Vizepräsident des Landtags und ebenfalls SPD, hebt Aigners politische Erfahrung und Integrität hervor. Für ihn zählt auch ihr aufrechter Einsatz für demokratische Werte und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. "Aigner würde das Land mit Würde, Ruhe und klarem Wertekompass vertreten", meint er. Thomas Jung, seit Jahrzehnten Fürther Oberbürgermeister (SPD), bringt es auf den Punkt: "Keine bessere Kandidatin – ich kenne sie lange. Sie ist bürgernah, engagiert und bodenständig." Jung erinnert daran, dass Aigner noch kürzlich bei einem Besuch bewiesen habe, wie authentisch ihr der Kontakt zu den Menschen sei. Die Suche nach einer Nachfolge für Steinmeier, dessen Amtszeit im März 2027 endet, läuft schleichend an. Für den 30. Januar 2027 ist die nächste Wahl angesetzt. Die Idee eines gemeinsamen Vorschlags von Union und SPD macht in politischen Kreisen die Runde, während die AfD ankündigt, eine eigene Kandidatin oder einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Ganz ehrlich: Dass prominente SPD-Leute explizit eine CSU-Politikerin favorisieren, ist schon ein kleines politisches Kuriosum und gibt zu denken.
In der aktuellen Debatte um die Nachfolge des Bundespräsidenten positionieren sich überraschend zahlreiche SPD-Politiker aus Bayern und darüber hinaus explizit für Ilse Aigner. Sie habe, so der Tenor, nicht nur politische Erfahrung und gesunden Menschenverstand, sondern pflege einen sehr menschlichen, überparteilichen Stil, was keine Selbstverständlichkeit ist. Auch Aigners jüngste öffentliche Auftritte, etwa in Fürth, werden lobend erwähnt und als Beleg für ihre Bürgernähe und ihr Engagement für eine lebendige Demokratie hervorgehoben. Anders als oftmals üblich, wird diesmal – zumindest laut öffentlicher Stimme – ein politisches Gegengewicht zu Steinmeier nicht in Opposition gestellt, sondern konstruktiv diskutiert. Mit der nächsten Präsident*innenwahl im Januar 2027 rückt auch die Frage nach politischer Konsensfähigkeit und überparteilicher Integrationskraft ins Zentrum der Berliner Debatte. Gleichzeitig berichten mehrere Medien, dass innerhalb der Großen Koalition Gespräche über einen gemeinsamen Vorschlag laufen, wobei sich auch die AfD mit der Idee einer eigenen Kandidatur in den Diskurs einschaltet. Im Netz finden sich weitere Stimmen, die mögliche soziale und politische Auswirkungen einer Präsidentschaft Aigners abwägen, unter anderem was die Vermittlungsrolle des Bundespräsidialamts betrifft.